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Donnerstag, 19. November 2015

Rezension ~ Der Seelenbrecher

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Der Seelenbrecher
Autor: Sebastian Fitzek
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Knaur
Ersterscheinung: 1. Oktober 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426637928
ISBN-13: 978-3426637920
Genre: Thriller



Über den Autor

Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Er studierte Jura, promovierte im Urheberrecht und arbeitete als Chefredakteur und Programmdirektor für verschiedene Radiostationen in Deutschland. Gleich sein erster Psychothriller "Die Therapie", der im Jahr 2006 erschien, eroberte die Taschenbuch-Bestsellerliste. Bald darauf erschienen die Titel "Amokspiel" sowie "Das Kind" und "Der Seelenbrecher", mit denen er seinen Ruf als "Star" des deutschen Psychothrillers festigte. Auch "Der Augensammler" und die Fortsetzung "Der Augenjäger" zeichnen sich durch gelungene, psychologische Spannung aus. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt; als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans. Sein dritter Roman "Das Kind" wurde mit internationaler Besetzung verfilmt und kam im Herbst 2012 in die Kinos. Im September 2012 erschien sein Thriller "Abgeschnitten", den er zusammen mit dem Gerichtsmediziner Michael Tsokos geschrieben hat. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Frau Sandra und den zwei Kindern in Berlin.


Inhaltsangabe/Klappentext

Sie wurden nicht vergewaltigt. Nicht gefoltert. Nicht getötet. Ihnen geschah viel Schlimmeres ... Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den »Seelenbrecher« nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. In der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt …


Rezension/Meinung

Ein Thriller, der allein von seiner Form schon ein wenig von den mir bisher bekannten Thrillern abweicht, denn anstatt, dass einfach die Geschichte erzählt wird, ist es so, dass es damit beginnt, dass eine Gruppe von Studenten in einem abgelegenen, eigentlich verlassen wirkenden Haus von ihrem Professor dahingehend befragt wird, ob sie einen Versuch mit ihm machen würden. Dabei rät er ihnen sofort, dass es für sie schwere Folgen haben könnte, wenn sie an diesem Versuch teilnehmen und jeder gehen sollte, der dies nicht in Kauf nehmen wollen würde. Schlussendlich bleiben zwei Studenten übrig, die eine ehemalige Fallakte zu lesen bekommen, zu der sie sich nach deren Lektüre äußern sollen. Diese Fallakte ist der Roman der einem erzählt wird.

Das interessanteste an dieser Fallakte ist, dass man nie wirklich sicher sagen kann, was entspricht der Wahrheit, was ist wohl Phantasie. Dabei wird die Akte in Romanform erzählt und Casper, der sich nicht daran erinnern kann, wer er eigentlich wirklich ist und aus diesem Grund in der Teufelsbergklinik verweilt, wird zum Anführer der Gruppe in der Klinik, die versucht herauszufinden, was sich abspielt, nachdem sich vermutlich der als Seelenbrecher bekannte Psychopath mit ihm und den anderen Patienten in der Klinik aufhält. Das zusätzlich schlimme, die Patienten haben keine Möglichkeit mehr die Klinik zu verlassen und sind mit dem Täter zusammen eingesperrt.

Ein sehr großes Talent von Sebastian Fitzek liegt auf jeden Fall in seinem Schreibstil, dem Talent gewisse Dinge zu beschreiben, denn man fühlt sich wirklich sehr in den Thriller hineingezogen, kann nur schwer mit dem Lesen aufhören und ist einfach gefesselt von den Begebenheiten. Zudem machen die Rätsel, die der Täter bei seinen Opfern zurück lässt den Thriller nur noch ein wenig spannender.

Die Charaktere selbst sind, bis auf den Täter, von dem man zwar weiß, wer es ist, aber ansonsten eher wenig erfährt, durchaus sehr gut beschrieben und manche wunderliche Art der Patienten kann auch ehrlich sehr amüsant sein, was den Thriller hin und wieder dann auch ein wenig auflockert. Bei Caspar selbst habe ich mich nur immer wieder gefragt, wer er wohl in Wirklichkeit sein könnte, da er ja doch deutlich mehr Wissen besaß in Bereichen, als er eigentlich haben dürfte, wenn er nicht eine gewisse Ausbildung besitzt. Und vor allem auch das Ende ist wirklich gelungen.

Alles in allem ein durchaus sehr guter Thriller, den ich gern gelesen habe.


Fazit


Mittwoch, 18. November 2015

Rezension ~ Heimweh

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Heimweh
Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 8. Juni 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548286909
ISBN-13: 978-3548286907
Autor: Marc Raabe
Genre: Thriller



Über den Autor

Marc Raabe wurde 1968 in Köln geboren. Mit 15 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen und begann mit einem Freund Filme zu drehen. Drei Jahre später entstand daraus eine Produktionsfirma für Industriefilme, Musikvideos und Fernsehen. Zusätzlich studierte er Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie Germanistik, beendete jedoch das Studium vorzeitig, um sich ganz seiner Firma zu widmen. Heute ist er Gesellschafter und Geschäftsführer einer Fernsehproduktion und lebt mit seiner Familie in Köln. Sein Thriller-Debüt »Schnitt« erschien 2012 im Ullstein Verlag und stand mehrere Wochen auf der Spiegel Online Bestsellerliste, ebenso wie sein zweiter Thriller »Der Schock«. Seine Bücher erscheinen in sechs Sprachen, »Schnitt« stand 2012 auf der Krimi Short-List des LovelyBooks Leserpreises und wurde zudem beim Krimi Blitz 2012 von Krimi-Couch.de zum drittbesten deutschen Krimi gekürt.


Inhaltsangabe/Klappentext

Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.


Rezension/Meinung

Der dritte Thriller aus der Feder von Marc Raabe und der in meinen Augen bisher Beste von ihm. Denn auch, wenn ich schon relativ früh eine Vermutung hatte, was hinter den Geschehnissen in diesem Thriller stecken könnte, war er einfach extrem gut gemacht, die Charaktere interessant, vor allen Dingen auch die Sequenzen, in denen man auf Jesses Leben im Heim zurück blickt, einfach sehr spannend, ebenso, wie die Geschehnisse, die sich rund um den Mord an seiner Exfrau und die Entführung seiner Tochter drehen.

Zunächst finde ich ja allein schon die Idee total spannend, die Handlung in ein ehemaliges Kinderheim zu legen, bei dem doch einige der ehemaligen Heimbewohner noch sehr nah dran leben und zudem das Heim selbst eher in einer extrem abgelegenen Ecke liegt. Allein durch die Aussagen der ehemaligen Mitbewohner von Jesse und dem Wissen, was man selbst aus den rückblickenden Sequenzen mitbekommt, geben für einen als Leser ein Bild, dass gerade dadurch spannend ist, dass es nicht richtig passen will und immer dann, wenn ein Charakter auftaucht, bei dem man die Hoffnung hegt, dass dieser etwas wissen könnte, was einem das Bild klarer macht, dann ist dieser plötzlich verschwunden oder ähnliches. Dazu kommt dann noch, dass Jesse als Charakter sehr spannend gestaltet ist, da er eine Amnesie betreffend seine jungen Jahre im Heim hat, so dass er seinen eigenen Charakter, seine Vergangenheit und viele andere Dinge gar nicht richtig einschätzen kann. Man selbst als Leser hat zwar die Vermutung, dass der Grund daran an der Szene aus dem Prolog liegt, aber trotzdem bleibt auch für einen selbst, solange es in den Rückblicken nicht erwähnt wird, so einges im Dunklen.

Aufgrund dieser Tatsachen weiß man selbst auch nie so recht, ob man Jesse wirklich trauen kann, auch wenn er einen von Grund auf sympathischen Eindruck bei mir hinterlässt. Trotzdem er nicht immer zu allen Menschen, denen er begegnet vollkommen nett bleibt, aber das ist, vor allem in seiner speziellen Situation, auch kein großes Wunder. Nebenbei wird einem auch das Heim und was damals alles dort passiert ist immer etwas suspekter, denn man merkt, dass einiges nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann und es wird einfach immer spannender, wie bloß alles zusammenhängt.

Dies und ein gewisser brutaler Aspekt, den es wohl in jedem Thriller irgendwo gibt, machen das Buch ehrlich richtig spannend und auch, wenn ich durch manchen kleinen Hinweis schon früh einen Verdacht gehegt habe, was Jesse und sein Verhalten damals so nachhaltig verändert hat, blieb das Buch und auch der Showdown spannend.

Ein Thriller, den ich wirklich nur empfehlen kann, ebenso wie den Autor dieses Buches.


Fazit


Rezension ~ Passagier 23

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Passagier 23
Autor: Sebastian Fitzek
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Droemer HC
Ersterscheinung: 30. Oktober 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342619919X
ISBN-13: 978-3426199190
Genre: Thriller



Über den Autor

Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Er studierte Jura, promovierte im Urheberrecht und arbeitete als Chefredakteur und Programmdirektor für verschiedene Radiostationen in Deutschland. Gleich sein erster Psychothriller "Die Therapie", der im Jahr 2006 erschien, eroberte die Taschenbuch-Bestsellerliste. Bald darauf erschienen die Titel "Amokspiel" sowie "Das Kind" und "Der Seelenbrecher", mit denen er seinen Ruf als "Star" des deutschen Psychothrillers festigte. Auch "Der Augensammler" und die Fortsetzung "Der Augenjäger" zeichnen sich durch gelungene, psychologische Spannung aus. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt; als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans. Sein dritter Roman "Das Kind" wurde mit internationaler Besetzung verfilmt und kam im Herbst 2012 in die Kinos. Im September 2012 erschien sein Thriller "Abgeschnitten", den er zusammen mit dem Gerichtsmediziner Michael Tsokos geschrieben hat. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Frau Sandra und den zwei Kindern in Berlin.


Inhaltsangabe/Klappentext

Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt ... Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm...


Rezension/Meinung

Durch den Autor Sebastian Fitzek habe ich bei diesem Thriller durchaus auch so einiges erwartet. Die meisten meiner Erwartungen konnte der Autor auch sehr gut erfüllen, auch wenn ich, wie bei vielen Werken aus diesem Genre, auch bei manchem etwas zu schnell auf die Lösung gekommen bin. Jedoch konnte er mich auch an vielen Stellen auf jeden Fall noch sehr überraschen.

Allein der Aspekt mit dem „Passagier 23“ auf Kreuzfahrtschiffen und wie sehr doch auch solche Unternehmungen für Selbstmorde, Morde und ähnliches genutzt werden, fand ich einen extrem spannenden Ansatz. Zumal man aus dieser Richtung auch super einen Krimi bzw. Thriller entwickeln kann, wie man an diesem hier sehr gut sehen kann. Es ist vor allen Dingen auch der Aspekt hier sehr interessant, dass man bei vielen Punkten lange nicht weiß, wer wohl der Täter ist oder auch, ob es überhaupt einen gegeben hat. Insbesondere der Fall rund um Martins Sohn und Frau finde ich dabei sehr spannend. Ebenso bei dem Mädchen Anouk, welches plötzlich auf dem Schiff wieder aufgetaucht ist oder auch dem Mutter-Tochter-Gespann Julia und Lisa, bei dem man sich wirklich fragen musste, was Lisa im Schilde führt und wer wohl diese ominöse Person Querkey sein könnte.

Insgesamt nahm der Thriller in vielen Punkten durchaus einen gänzlich anderen Verlauf, als ich ihn wirklich erwartet hätte. Manche sehr sympathische Person stellte sich doch in gewissen Punkten ganz anders dar, als ich je gedacht hätte, mancher zunächst wie ein Nebencharakter wirkender gewann deutlich mehr an Relevanz und vor allen Dingen das Motiv hat mich doch extrem überrascht.

Dabei gab es einige Charakter, die mir von Beginn an extrem unsympathisch waren, wie unter anderem Lisa, die enorm zickige Tochter Julias oder auch manchen Angestellten des Schiffs. Ganz anders war es da bei Elena, der Schiffsärztin, von der Martin Unterstützung erhält, die mir sehr sympathisch war oder Anouk, die ich eher ein wenig seltsam und schwer einzuschätzen empfand. Einer der genialsten Charaktere ist aber eindeutig Gerlinde Dobkowitz, die alte Dame durch deren Anruf Martin die »Sultan of the Seas« überhaupt wieder betritt. Ihre verrückte Art und ihre absurden Idee, unter anderem von einem „Bermuda Deck“ sind einfach nur genial und haben mich sehr zum Schmunzeln gebracht. Bei Martin ist es so, dass ich ihn zwar durchaus auch sehr sympathisch finde, er mir jedoch etwas zu überzogen dargestellt ist, mit seiner Art, wie er als Polizist agiert und was er da alles so für seinen Job scheinbar zu machen scheint. Dieser Fakt lässt ihn einfach etwas unglaubwürdig wirken.

Alles in allem ist es aber ein richtig gelungener Thriller, bei dem ich nie erwartet hätte, dass das Motiv aus dieser Richtung kommt und bei dem es doch auch noch die ein oder andere Überraschung und überraschende Wendung gibt.


Fazit


Rezension ~ Der eiserne Sommer

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Der eiserne Sommer
Autor: Angelika Felenda
Taschenbuch: 435 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Ersterscheinung: 18. August 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518465422
ISBN-13: 978-3518465424
Genre: Krimi



Über die Autorin

Angelika Felenda hat Geschichte und Germanistik studiert und arbeitet als literarische Übersetzerin in München. Der eiserne Sommer ist ihr erster Roman.


Inhaltsangabe/Klappentext

Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Die Leiche eines jungen Mannes führt ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen, und gegen das Militär darf er per Gesetz nicht ermitteln. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt, sondern die das ganze Land in den Untergang stürzen könnte.


Rezension/Meinung

Mein erster Eindruck von diesem Roman war wirklich, oh hoffentlich geht das nicht so weiter, denn gewisse Abschnitte dieses Buches sind in der Form eines Protokolls geschrieben, welches sich sehr unangenehm lesen lässt, da teils die Zusammenhänge nicht deutlich sind, es einfach auch sehr stichpunkthaft wirkt. In diesem Augenblick und da auch direkt der erste Part des Buches so geschrieben ist, hatte ich ehrlich ein wenig Bedenken, was da noch auf mich zukommen würde. Jedoch gibt es deutlich mehr Stellen im Roman, die in einer normalen Form abgefasst sind, was ich doch dann nur sehr begrüßt habe.

Allgemein hat die Autorin es nämlich sehr gut geschafft vor allen Dingen die Zeit zu treffen, in welcher der Roman spielt. Zum einen die typische preußische Korrektheit, Strenge und Art, die man den deutschen teils heute noch zuschreibt, wie auch einfach die Sprache und das Leben zu dieser Zeit. Das wird allein schon dadurch sofort sichtbar, dass es nicht Kommissar Sebastian Reitmeyer ist, der die Hauptrolle inne hat, sondern Kommissär Sebastian Reitmeyer, ein Wort, das einem fast ein bisschen noch einem Schreibfehler aussieht. Zum anderen sind die Spannungen, die damals, so kurz vor dem ersten Weltkrieg in der Luft lagen einfach super getroffen, wie auch jedwede politische Sichtweise dieser Zeit.

Ich selbst musste mich jedoch zunächst in diesen Stil des Romans gewöhnen, der doch sehr auch von seiner Sprache und Art an diese Zeitepoche angelehnt ist. Jedoch ist es auch so, dass je mehr ich mich an die Art gewöhnt habe, desto besser wurde der Roman und desto höher wurde für mich auch die Spannung des Krimis, da man irgendwann mehr anfangen konnte auf die Handlung zu achten, da ich nicht mehr so vom Schreibstil abgelenkt wurde.

Des Weiteren muss ich auch einfach sagen, dass Sebastian Reitmeyer ein Charakter ist, den ich sehr sympathisch finde. Zwar gegängelt von seinem Vorgesetzten und der politischen Lage, bleibt er sich durch den gesamten Krimi hinweg treu und gibt die Ermittlungen nicht auf, die noch zu einem spannenden und interessanten Motiv und Ergebnis führen.

Für mich ein Krimi, der durchaus sehr lesenswert ist, wenn man sich einmal in ihn einlesen konnte, da er einfach von seiner Epoche und Handlung sehr gelungen ist, auch wenn ich zunächst Schwierigkeiten mit diesem sehr nah an der Handlungszeit liegenden Stils hatte.


Fazit


Dienstag, 17. November 2015

Rezension ~ Wetterleuchten im Roussillon

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Wetterleuchten im Roussillon
Autor: Philippe Georget
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 8. Juni 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548286151
ISBN-13: 978-3548286150
Originaltitel: Les violents de l'automne
Genre: Krimi
Reihe: Gilles Sebag
Band: II


Über den Autor

Der französische Autor Philippe Georget wurde 1963 geboren. Nach dem Journalismus-Studium arbeitete er mehrere Jahre beim Radio und Regionalfernsehen, bevor er 2001 seine Frau und seine Kinder in den Campingbus packte und mit ihnen die Mittelmehrküste entlangfuhr - von Marseille aus durch Italien, Griechenland, Türkei, Syrien, Jordanien, Libyen und Tunesien. Er ließ sich schließlich mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Perpignan nieder, wo er noch heute schreibt, die Landschaft genießt und Marathon läuft. Sein Debüt "Dreimal schwarzer Kater" gewann in Frankreich mehrfach Auszeichnungen.


Inhaltsangaeb/Klappentext

Inspecteur Gilles Sebag ist gerade aus den Sommerferien zurück, als die Leiche eines Rentners gefunden wird. Offenbar wurde er vom Mitglied einer aus dem Algerienkrieg bekannten Geheimarmee ermordet. Es stellt sich schnell heraus, dass eine 50 Jahre alte Rechnung beglichen wurde. Dann gibt es einen weiteren Toten, der auch in den Algerienkrieg involviert war, und die Sache wird so politisch, dass Gilles aufpassen muss, mit wem er spricht. Als schließlich seine Tochter in den Fall verwickelt wird, muss Gilles sich entscheiden: Karriere oder der heißgeliebte Familienfrieden?


Rezension/Meinung

Der zweite Band um Kommissar Gilles Sebag, der sich in diesem Teil einem Fall gegenüber sieht, der allein schon aufgrund seiner politischen Hintergründe, geraten doch ehemalige Algerienfranzosen in den Fokus der Ermittlungen, durchaus auch sehr verwirrend für die Ermittler ist. Für mich als Leser jedoch war das Thema in jedem Fall interessant, auch wenn ich mich zuvor weder mit den Algerienfranzosen, noch dem Algerienkrieg ausgekannt habe. Es war eher so, dass dies eine historische Begebenheit ist, von der ich eher noch gar nichts mitbekommen hatte.

Man erfährt während der Ermittlungen extrem viel über den Algerienkrieg, die Algerienfranzosen, ihre Einstellung zu dem Leben damals und wie sie ihr Leben heute, wo sie in Frankreich leben, wahrnehmen. Vieles davon finde ich sehr spannend, auch wenn durchaus nicht alles davon für den Krimi relevant ist, aber es ist doch auch immer wieder interessant die größeren Zusammenhänge zu erfahren. Vor allen Dingen auch, da es in diesem Roman bei vielen Aspekten, vor allem den historischen, so gelöst wurde, dass man dies in Rückblicken in diese Zeit, von den Charakteren damals erzählt bekommt. Dadurch werden die Schrecken dieser Zeit einfach so viel deutlicher. Vor allen Dingen, was die OAS alles für Verbrechen begangen hat. Man kann daher auch ein wenig mit dem Täter mitfühlen, auch wenn es seine Taten nicht wirklich rechtfertigt. Jedoch fällt es mir als Außenstehendem sehr schwer die Algerienfranzosen, vor allen Dingen in der Idealisierung Algerien wirklich zu verstehen.

Neben diesem Fall ermittelt Gilles Sebag noch wegen des Unfalltodes eines Freundes seiner Tochter, wobei diese die Vermutung hegt, dass es kein reiner Unfall, sondern Fahrerflucht war. Dieser kleine Nebenfall ist durchaus auch sehr interessant und gut integriert, was ich zum Ende hin sagen muss, ist, dass er vielleicht sogar ein bisschen zu sehr in die restliche Geschichte integriert wurde, um nicht ein wenig zu konstruiert zu wirken.

Wen ich aber sehr sympathisch finde, sind Gilles Sebag und sein Team selbst, auch wenn sie manchmal ein kleines bisschen wunderlich wirken. Mag aber auch einfach an dem Schlag Mensch liegen, wie ihn diese Region hervorbringt, in welcher die Geschichte spielt. Der Titel des Buches, bis auf den Hinweis nach dem Roussillon, welcher ja der Handlungsort ist, blieb mir jedoch ein wenig schleierhaft.

Allgemein ein durchaus guter Krimi, wenn man sich damit abfinden kann, dass er sehr viele historische Informationen enthält, die manchem Leser vielleicht ein bisschen zu viel werden könnten, ich aber durchaus interessant finde. 


Fazit


Rezension ~ Helden des Olymp - Das Haus des Hades

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Helden des Olymp ~ Das Haus des Hades
Autor: Rick Riordan
Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
Verlag: Carlsen
Ersterscheinung: 21. Oktober 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551556040
ISBN-13: 978-3551556042
Originaltitel:The House of Hades (Heroes of Olympus Book 4) 
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Reihe: Helden des Olymp
Band: IV


Über den Autor

Rick Riordan wurde am 5. Juni 1964 in San Antonio, Texas geboren. Er studierte Englisch und Geschichte an der University of Texas und unterrichtete viele Jahre an Schulen in seiner Heimatstadt sowie in Kalifornien. Sein Debütroman veröffentlichte er 1997 mit »Big Red Tequila« – dem ersten Band seiner »Tres Navarre-Reihe« in der zuletzt 2007 »Rebel Island« erschien. Seinen internationalen Durchbruch erlangtre Riordan mit seine »Percy-Jackson«-Reihe deren erster Band 2005 mit »Diebe im Olymp« erschien, welche auch verfilmt wurde. Der fünfte Band »Die letzte Göttin« erschien Ende September 2011 auf deutsch. Der siebente Band »The Son of Neptune« erschien ebenfalls im Jahr 2011 in den USA. Parallel dazu veröffentlichte er 2010 den ersten Band einer weiteren Reihe, den »Kane Chronicles« mit dem Titel »The Red Pyramid«. 2011 erschien der zweite Teil der Chroniken "Der Feuerthron", ehe 2013 mit "Der Schatten der Schlange" der dritte Band folgt. Riordan wurde für seine Werke schon mit verschiedenen Preisen geehrt. Bereits 1998 erhielt er den Shamus Award und den Anthony Award für Big Red Tequila. 1999 folgte der Edgar Award für das beste Originaltaschenbuch für den Widower’s Two-Step. 2008 und 2009 konnte er sich den Mark Twain Award sichern. Und ebenfalls im Jahr 2009 wurde er mit dem Rebecca Claudill Award für "Percy Jackson - Diebe im Olymp" ausgzeichnet. 2012 wurde die neue Reihe um Percy Jackson unter dem Titel "Helden des Olymp" veröffentlicht. Mit "Der verschwundene Halbgott" kam im Oktober 2012 der erste Band auf den deutschen Buchmarkt. Mit seiner Frau und seinen zwei Kindern lebt er noch immer in seiner Heimatstadt in San Antonio, Texas.


Inhaltsangabe/Klappentext

Percy und Annabeth haben es mit ihren Freunden auf ihrem Schiff, der Argo II, bis nach Rom geschafft. Doch nun steht alles auf dem Spiel: Die Erdgöttin Gaia und ihre Armee aus Riesen können sie nur aufhalten, wenn sie die Tore des Todes von beiden Seiten gleichzeitig verschließen. Gut, dass Percy und Annabeth ohnehin durch einen Felsschlund in die Unterwelt gestürzt sind, da können sie gleich auf die Suche danach gehen. Werden sie es rechtzeitig schaffen und den Untergang des Olymps verhindern?


Rezension/Meinung

Nach dem Ende des letzten Bandes dieser Reihe war ich ja doch erstmal ziemlich baff, die das Ganze bloß weitergehen könnte. Nicht nur, dass Percy und Annabeth eventuell sonst wo gelandet sind, auch von vielen anderen Punkten aus betrachtet, sah die Sachlage nicht besonders rosig aus.

In diesem Band finde ich es dabei besonders spannend und auch interessant, dass man jetzt zwei so vollkommen unterschiedliche Handlungsstränge hat. Zum einen den der restlichen Truppe, die versucht zum Haus des Hades zu kommen, um die Tore zur Unterwelt von dieser Seite aus zu schließen, als auch die anderen beiden, die, wie man nun weiß, in der Unterwelt, dem Tartarus, gelandet sind. Dabei sind allein schon die Beschreibungen der Unterwelt richtig klasse. Jedoch muss ich sagen, dass ich mich diese ganzen Flüsse, die sie dort unten haben, doch durchaus verwirrt haben zwischendurch, aber genau dies ist wohl auch eine der Eigenschaften des Tartarus, dass man sich selbst nicht mehr ganz trauen kann immer. Auf jeden Fall extrem bildgewaltig beschrieben diese Gegend und manchen, auf den Percy und Annabeth dort unten treffen, mag ich richtig gern, vor allem einen alten Bekannten, bei dem man es zwar nicht unbedingt erwartet hätte, der ihnen noch zur Hilfe eilt, wenn vielleicht auch nicht zur Gänze freiwillig.

Aber auch bei der restlichen Truppe, die mit der Argo II weiterreist, bleibt es spannend, da sie immer noch auf etwaige Götter treffen, die aufgrund des hin-und-hers zwischen ihrer griechischen und römischen Ausprägung teils nicht ganz einfach sind, teils sogar dazu neigen mehr Probleme zu machen als wirklich hilfreich zu sein, zusätzlich zu weiteren Monstern, die ihnen begegnen und unterschwellig immer noch die Kämpfe, die sich mehr und mehr zwischen den griechischen und römischen Campbewohnern anbahnen. Es bleibt als auch in diesem Bereich einfach Spannung pur erhalten.

Dabei ist es einfach zu interessant zu sehen, wie sich die einzelnen Charaktere immer mehr auch von ihrer Persönlichkeit her verändern, an ihren Aufgaben wachsen und dass man zudem auch ein wenig mehr über Nico erfährt, der bisher immer eher etwas im Dunklen gestanden hat, wenn man das Wissen, was man bezüglich der anderen zu ihm hat, damit vergleicht.

Ich bin jetzt auf jeden Fall extrem gespannt, wie es im nächsten Band weitergehen wird, von dem ich gehört habe, dass es auch der letzte dieser Reihe werden dürfte. Leider.


Fazit

Rezension ~ Schneewittchen muss sterben

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Schneewittchen muss sterben
Autor: Nele Neuhaus
Taschenbuch: 537 Seiten
Verlag: List Taschenbuch
Ersterscheinung: 11. Juni 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548609821
ISBN-13: 978-3548609829
Genre: Krimi
Reihe: Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein
Band: IV


Über die Autorin

Nele Neuhaus schreibt seit ihrer Kindheit und wollte auch schon immer Schriftstellerin werden. Schon als Kind hatte sie eine tiefe Verbundenheit zu Pferden, sogar ihr Fahrrad wurde durch ein Seil einfach zum Pferd umfunktioniert. Sie lernte dann auch reiten, traute sich jedoch nie ans Springreiten heran. Sie arbeitete in einer Werbeagentur und studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Seit sie ihren Erstlingsroman und die ersten beiden Krimis mit den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff im Selbstverlag veröffentlichte, wuchs ihre Fangemeinde rasant. Ihr viertes Buch "Tiefe Wunden" erschien im Ullstein-Verlag, mit "Schneewittchen muss sterben" gelang Nele Neuhaus 2010 der Durchbruch. Mittlerweile umfasst die Taunuskrimireihe sieben Bände, im Juni 2014 veröffentlichte die Autorin unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg ihren ersten belletristischen Roman mit dem Titel "Sommer der Wahrheit". Bei Thienemann-Esslinger erscheinen ihre beiden Jugendbuchreihen "Charlottes Traumpferd" und "Elena - Ein Leben für Pferde", in denen die Autorin ihre beiden Leidenschaften Schreiben und Pferde kombiniert. Fünf der Taunuskrimis wurden bereits für das ZDF verfilmt, die Hauptrollen spielen Tim Bergmann und Felicitas Woll. Die Krimis von Nele Neuhaus erscheinen mittlerweile in 27 Sprachen. Die Autorin lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihrem Hund im Vordertaunus.


Inhaltsangabe/Klappentext

Sulzbach im Taunus: An einem regnerischen Novemberabend wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd… 


Rezension/Meinung

Nachdem ich zunächst den fünften Band der Reihe um Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein gelesen hatte, wollte ich nach und nach auch die Vorgänger lesen, um die gesamte Reihe von Grund auf zu verstehen. So kam es auch, dass ich die Verfilmung dieses Teils im Fernsehen gesehen hatte, bevor ich zum Buch kam. Ein wenig abweichend war diese schon, aber Gott sei Dank auch schon ein paar Tage her, bevor ich zum Buch kam, ansonsten hätte ich trotz der filmischen Freiheit schon zu viel gewusst.

Allgemein macht es wieder sehr viel Spaß zusammen mit Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff zu ermitteln, vor allen Dingen auch, da nicht nur Pia sehr im Mittelpunkt der privaten Themen steht, sondern in diesem Fall vor allen Dingen auch Oliver von Bodenstein. Denn auch gerade diesen Aspekt finde ich in diesem Teil der Reihe sehr interessant. Einfach, da man ihn auch immer noch mehr zu verstehen beginnt.

Vom Fall selbst her, muss ich gestehen, finde ich diesen Band bisher einen der besten der Reihe, da ich den Aspekt, wer verdächtigt wird einfach extrem spannend gelöst finde. Ein für ähnliche Taten ehemals verurteilter, der jetzt aus dem Gefängnis zurückkehrt, obwohl ihn scheinbar eigentlich keiner im Dorf zurück haben will und der dann auch noch, vor allem für den Leser, eigentlich so nett wirkt, dass man es ihm eigentlich weder zutraut, dass er die Tat vor Jahren begangen hat, für die er verurteilt wurde, noch, dass er dieses Mal an der Tat beteiligt sein kann. Trotzdem stellt sich der gesamte Ort so auf, dass nur er als Täter in Frage käme. Gerade die Hexenjagd gegen den vermeintlichen Täter, gegen den es aber eigentlich keine Beweise bisher gibt, außer der bekannten Verurteilung, die ihn in den Fokus rücken könnte, machen diesen Band besonders interessant. Das alles in Kombination damit, dass damals schon nicht alle Leichen gefunden wurden und auch diesmal noch ein Mädchen verschwindet, es einige auch eher sehr seltsame oder suspekte Dorfbewohner gibt, machen den Fall irre spannend.

Dazu wird alles noch sehr angenehm um die privaten Probleme bzw. Situationen der beiden Ermittler ergänzt, an die man sich im Lauf von einigen Teilen jetzt schon gewöhnen konnte, zu denen es aber doch auch immer noch etwas Neues zu entdecken gibt.

Ein richtig guter Krimi und für mich bisher, neben dem dritten Teil einer der besten Bände dieser Reihe!


Fazit


Montag, 16. November 2015

Rezension ~ Saving Phoenix

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Saving Phoenix
Autor: Joss Stirling
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Ersterscheinung: 1. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423716096
ISBN-13: 978-3423716093
Empfohlenes Lesealter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: Stealing Phoenix
Genre: Jugendbuch /  Fantasy
Reihe: Die Macht der Seelen
Band: II


Über die Autorin

Joss Stirling studierte Anglistik in Cambridge und arbeitete als Diplomatin in Polen. Mittlerweile schreibt sie sehr erfolgreich Romane für Kinder und Jugendliche. Mit ›Finding Sky‹, dem ersten Band der ›Macht der Seelen‹-Trilogie, war sie 2013 von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Oxford.


Inhaltsangabe/Klappentext

Die 17-jährige Phoenix wächst in der Gemeinschaft krimineller Savants, Menschen mit einer übersinnlichen Fähigkeit, auf. Für deren Anführer muss Phoenix ihre Gabe, das Zeitempfinden in fremden Gehirnen zu manipulieren, zu Diebstählen nutzen und das Gestohlene dann bei ihm abliefern. Als sie bei einer Gruppe amerikanischer Studenten iPads stehlen soll, trifft sie auf Yves Benedict. Doch der ist mehr als ihr nächstes Opfer – er ist ihr Seelenspiegel. Yves erkennt dies sofort und entwirft einen Schlachtplan, um Phoenix aus der Gemeinschaft zu befreien und den Anführer zu bezwingen. Doch dieser will die Macht der besonderen Verbindung zwischen Phoenix und Yves für seine eigenen Zwecke nutzen ...


Rezension/Meinung

Es ist schon verdammt lange her, dass ich den ersten Band dieser Reihe gelesen habe und das muss man diesem zweiten Band daher hoch anrechnen, ich war sofort wieder drin. Es ist zwar durchaus so, dass ich mich nicht mehr hätte erinnern können, welches die speziellen Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder der Benedict Familie sind, aber bei allem anderen wusste ich trotzdem sofort wieder Bescheid.

Ansonsten merkt man dem Buch eindeutig an, dass es ein Jugendbuch ist, denn vor allem die Beziehung zwischen Yves und Phoenix steht ziemlich im Mittelpunkt des Buches und die restliche Geschichte rankt sich eher darum herum. Dabei ist es auch für dieses Genre sehr typisch, wie schnell die beiden Charaktere sich ineinander verlieben, auch wenn ich da hier schon loben muss, dass sich doch manchmal noch Bedenken bei den Charakteren einschleichen und Phoenix und Yves sich gegenseitig auch nicht vollkommen idealisieren.

Yves ist wirklich ein Charakter, den man sehr gern haben muss, auch wenn die Geschichte mehr aus Phoenix Sicht erzählt wird, die dann etwas dominiert, aber er wirkt einfach wie ein grundehrlicher Kerl, der auch wirklich nur das Beste will. Manchmal geht er Phoenix zwar auch auf die Nerven, in gewissem Maß, kann ich das sogar verstehen, aber ich glaube er wäre jemand, mit dem ich gern auch befreundet wäre. Bei Phoenix ist es eher so, dass sie mich manchmal doch ein wenig genervt hat mit ihren Idee, weil sie teils so unlogisch waren. Vor allem wann sie wem vertraut oder wohin zurück will. Allgemein passieren viele der Dinge einfach wirklich nur, da sie extreme Fehlentscheidungen trifft, bzw. eher nur eine einzige und damit dann alles auslöst. Ein wenig wird ihr seltsames Verhalten wohl durch ihr bisheriges Leben erklärt, aber dennoch fehlt ihr manches Mal ein wenig der gesunde Menschenverstand.

Jedoch ist die Geschichte auf jeden Fall spannend gestaltet, insbesondere, da man sich als Leser manche Dinge nur denken kann, da man immer nur so viel weiß, wie Phoenix, die an vielen Stelle einfach nicht sehr weit eingeweiht ist und man daher nie weiß, was wohl der Plan anderer sein könnte. Die Bösen muss ich gestehen, finde ich teils nicht sehr ernstzunehmend, auch wenn manche ihrer Savant-Fähigkeiten richtig böse ist, unter anderem die von Unicorn finde ich persönlich sehr bedrohlich.

Allgemein durchaus ein gutes Buch für Zwischendurch, auch wenn mir die Beschreibungen der Kussszenen etwas zu ausführlich bzw. als so besonders dargestellt waren. Jedoch hat es auch Spaß gemacht manchen Dialog vor allem zwischen den Benedicts bzw. wenn diese involviert waren zu lesen. 


Fazit


Rezension ~ Das Blut der Rebellin

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Das Blut der Rebellin
Autor: Sabrina Qunaj
Taschenbuch: 704 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Ersterscheinung: 16. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442479894
ISBN-13: 978-3442479894
Genre: Historischer Roman
Reihe: Wales
Band: II


Über die Autorin

Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark.


Inhaltsangabe/Klappentext

Wales im 12. Jahrhundert: Während in England ein Bürgerkrieg tobt, rebellieren die Waliser unermüdlich gegen die neuen Machthaber. Um die Position der Normannen zu stärken, soll die junge Isabel, Tochter des mächtigen walisischen Tudor-Geschlechts, den grausamen Sheriff von Pembroke heiraten. Doch am Vorabend der Hochzeit greifen die Rebellen an. Isabel kann fliehen und wird bald selbst zur Freiheitskämpferin. Der Sheriff hat seine Braut allerdings nicht vergessen und beauftragt den walisischen Prinzen Ralph le Walleys, sie zurückzuholen. Als die beiden sich ineinander verlieben, stehen sie plötzlich im Zentrum eines Krieges, in dem sie sich für eine Seite entscheiden müssen.


Rezension/Meinung

Die meisten historischen Romane spielen doch immer in den gleichen Zeiten und vor allen Dingen auch Ländern. Von daher fand ich es bei diesem Roman durchaus sehr spannend, dass man mal in eine Zeit versetzt wurde, vor allem aber auch in eine Gegend, die nicht so häufig Schauplatzt ist, nämlich nach Wales.

Ich habe mich dann zwar während des Lesens mit einigen der Namen der Charaktere oder auch Städte ein wenig schwer getan, was aber wohl bei den walisischen Zungenbrechern, die einem da doch öfter unter die Augen kommen, nicht sonderlich schwer ist. Jedoch muss ich sagen, dass einen diese Geschichte einfach gefangen nimmt, auch, wenn sie sich vor allem von ihrem Handlungsinhalt über einen extrem langen Zeitraum erstreckt. An diesen Stellen war es für mich manchmal etwas schwierig, insbesondere dann, wenn die Zeitsprünge doch etwas größer waren. Denn auch, obwohl sie immer so gut angekündigt wurden, man immer wusste, wie viel Zeit vergangen war und wo man sich befand, musste ich mich doch teils immer wieder deutlich neu einfinden, in die Begebenheiten, die nun vorlagen, was sich in der Zeit, die man nicht direkt präsentiert bekommen hat, alles geschehen ist, denn es geschieht verdammt viel in diesem Roman.

Dabei muss ich auch gestehen, dass mir vor allem die Rebellen aus Wales sehr ans Herz gewachsen sind und ich glaube auch, dass das eindeutig die Richtung ist, die das Buch vom Leser einfach erwartet, da die meisten Engländer bzw. Normannen, da sie ja eigentlich Eindringlinge aus Frankreich sind, wenn auch nicht alle vollkommen unsympathisch, auch nicht gerade die angenehmsten Sympathieträger sind. Vor allem die drei Rebellenbrüder mag ich einfach sehr gern. Allen voran den ältesten unter ihnen.

Isabel als Protagonistin ist eine sehr starke Persönlichkeit und auch, wenn sie deutlich ihre Rolle als Frau zu dieser Zeit zu spüren bekommt, was ich sehr stimmig fand, denn zu starke und zu individuelle Frauen, die einfach so ihren Mann stehen und eigentlich nie in des typische Frauenbild zu dieser Zeit gehören, passen für mich einfach nicht so richtig, auch wenn sie für historische Romane gern als Protagonisten genommen werden. Isabel hat zwar ihren eigenen Kopf, ist von der ihr zugewiesenen Rolle auch nicht begeistert, aber sie muss diese teilweise leben und genau das macht den Roman einfach sehr realitätsnah. Ebenso, wie die Charaktere, die einen leider über die lange Zeitstrecke des Romans verlassen.

Insgesamt ist dies einfach ein extrem gelungener historischer Roman, der einmal in einer Ecke spielt, von der ich bisher nicht so viel gelesen habe, die ich aber enorm interessant finde. Und da ich beim Lesen herausgefunden habe, dass es sich schon um den zweiten Band einer kleinen Reihe handelt, bin ich jetzt sehr neugierig auf den ersten Teil und muss diesen auch unbedingt noch lesen.


Fazit


Rezension ~ Die Gefährtin des Lichts

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die Erbin der Welt
Autor: N.K. Jemisin
Broschiert: 446 Seiten
Verlag: Blanvalet
Ersterscheinung: 15. November 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344226670X
ISBN-13: 978-3442266708
Originaltitel: The Earth and the Sky 02. The Broken Kingdoms
Genre: Fantasy
Reihe: Inheritance-Trilogie
Band: II


Über die Autorin

N.K. Jemisin wurde in Iowa geboren und wuchs in New York City auf. Außerdem lebte sie mehr als 10 Jahre in Massachusetts um daraufhin wieder nach New York zu ziehen. Sie besuchte von 1990-94 die Tulane University und machte dort ihren Bachelor in Psychologie. Sie schreibt schon seit sie 10 Jahre alt ist. Sie würde aber alles dafür tuen, dass ihre früheren Arbeiten niemals öffentlich gemacht werden.


Inhaltsangabe/Klappentext

Spannende All-Age-Fantasy mit einer ebenso mutigen wie sympathischen jungen Heldin Die junge Straßenkünstlerin Oree ist blind, doch es ist ihr gegeben, Magie zu sehen. Daher ist auch sie es, die in einer Seitenstraße Elysiums die Leiche einer Göttin entdeckt. Dabei sind Götter doch unsterblich! Bevor sie sich versieht, steckt Oree mitten in einer Verschwörung von schrecklichem Ausmaß – einem Komplott mit keinem geringeren Ziel, als die Gemeinschaft der Götter zu stürzen. Und ausgerechnet Oree ist der Schlüssel zum Erfolg der Verschwörer …


Rezension/Meinung

Nachdem mit der erste Band der Inheritance-Trilogie noch vollkommen seltsam vorkam und ich vieles darin nicht richtig greifen konnte, bin ich froh, dass sich der Stil mit diesem Band ein wenig verändert hat, auch wenn ich die Reihe immer noch nicht richtig gut finde.

Allgemein ist es so, dass sich dieser Band schon bedeutend leichter lesen lässt, man die Dinge um die Haupthandlung herum, was die Welt anbelangt schon deutlich besser verstehen kann, vor allem, wenn man den Vorgänger gelesen hat. Allgemein fehlt es in diesem Teil deutlich mehr an den ganzen politischen Verstrickungen, die für mich den ersten Band unter anderem so undurchsichtig gemacht haben, da allein schon diese Welt nicht wirklich verständlich für mich war. Auch Oree ist eine Protagonistin, mit der ich mich durchaus anfreunden konnte, auch wenn ich sie in so manchem Verhalten auch ein wenig seltsam finde. Vor allen Dingen ist es aber hier eher schon verwirrend, wie viele Götter bzw. Gottkinder, die aber eigentlich auch Götter sind, es plötzlich gibt, da man bei diesen einfach irgendwann auch ein wenig durcheinander kommt. Es sind einfach zu viele Charaktere. Erschwert wird das Auseinanderhalten auch dadurch noch ein wenig, dass man wieder direkt alles nur aus Orees Sicht erlebt, die aufgrund ihrer Erblindung einfach die Personen in ihrer Umgebung etc. nicht klar erkennen und somit auch nicht so gut beschreiben kann.

Irgendwie bleibt für mich aber die Handlung dieses Bandes sogar noch hinter der des ersten zurück, da gefühlt wenig passiert, auch wenn doch wieder etwas geschieht, was wohl vor allem auch daran liegt, dass die Motive und eigentlichen Ideen hinter allem was geschieht so banal für mich wirkten und so wenig wirklich direkt verfolgt, dass ich mir zwischendrin etwas verloren vorkam und mich wirklich wundern musste, wie der Aufbau dieser Geschichte zu diesem Inhalt kam. Jedoch und das kann ich nur nochmal erwähnen, es ließ sich alles deutlich leichter und flüssiger lesen.

Ebenso wie beim ersten Band, muss ich jedoch auch bei diesem sagen, dass ich die romantischeren bzw. auch teils eher körperlichen Szenen irgendwie wieder nicht ganz so stimmig in dieser Geschichte fand, auch wenn es schon deutlich besser war, als noch im ersten Teil. Ich frage mich nun ehrlich, ob der dritte Band sich gegenüber seinen Vorgängern noch so weit zu steigern schafft, dass man ihn vielleicht wirklich als gut bezeichnen kann.


Fazit


Sonntag, 15. November 2015

Rezension ~ Grimmiger Dienstag

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Grimmiger Dienstag
Autor: Garth Nix
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
Ersterscheinung: 14. April 2009
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404206010
ISBN-13: 978-3404206018
Originaltitel: Grim Tuesday
Genre: Fantasy
Reihe: Die Schlüssel zum Königreich
Band: II


Über den Autor

Garth Nix wurde 1963 in Melbourne geboren. Nach seinem Abschluss an der Universität arbeitete er zunächst in einer Buchhandlun, später als Verleger, Buchhandelsvertreter und Zeitungsredakteur. 1994 verließ er das Verlagsgeschäft und arbeitete in den folgenden drei Jahren als Berater in der Public-Relations- und Marketing-Branche. Im Januar 2002 konnte sich Nix dazu durchringen, sein Leben ausschließlich der Schriftstellerei zu widmen. Er lebt heute gemeinsam mit seiner Frau Anna, einer Verlegerin, und seinem Sohn Thomas in einem Vorort von Sidney, direkt am Meer.


Inhaltsangabe/Klappentext

Arthur Penhaligon war eigentlich dem Tod geweiht. Doch man ließ ihn nicht sterben, sondern erlegte ihm eine schier unlösbare Aufgabe auf: Er soll sieben Schlüssel besorgen ... für ein Königreich. Arthur hätte nicht gedacht, dass er noch einmal in das seltsame Haus zurückkehren müsste, dass ihn am Montag beinahe umgebracht hätte: Das Haus, das ein finsteres Reich birgt. Nun steht er vor einer neuen Herausforderung. Ein Unhold namens Grimmiger Dienstag bedroht Arthurs Familie und den Rest der Welt. Für Arthur beginnt ein Abenteuer, bei dem er an Bord eines Sonnenschiffs gehen, sich mit einem Sonnenbären anfreunden und finstere Nichtlinge bekämpfen muss.


Rezension/Meinung

Die Woche geht weiter und Arthur, der eigentlich erstmal erwachsen werden wollte, bevor er ins Haus zurück muss, wird leider von den morgigen Tagen zu sehr als Gefahr angesehen, sodass diese Idee leider nicht verwirklicht werden kann, da Grimmiger Dienstag alles daran setzt Arthur möglichst schnell zu besiegen.

Ich fand es schon ziemlich genial, auf welche Art und Weise Grimmiger Dienstag es geschafft hat Arthur zurück ins Haus zu holen. Vor allen Dingen auch allein schon aus dem Grund, dass wieder so viele neue, bisher noch nicht bekannte Arten von Bürgern, Nichtlingen und anderem aufgetaucht sind, die diese Welt einfach so bunt und spannend machen. Zudem sind die Fernen Weiten, über die Grimmiger Dienstag herrscht auch einfach richtig genial beschrieben, inklusive der Grube, welche schon sehr dicht ans Nichts heranreicht. Allgemein ist dieser Band ein wenig düsterer als sein Vorgänger, wenn auch nicht weniger amüsant, denn einen gewissen Humor haben eindeutig bisher alle Bände der Reihe und ich freue mich schon darauf, dass es so weiter geht. Es ist auch einfach so klasse, wie die Namen der Bürger häufig zu dem passen, was ihre Rolle im Haus ist, oder aber auch teils, einfach so seltsam sind, dass man sich fragen muss, wie es bloß zu einem solchen Namen kommen konnte. Dabei ist es diesmal schon allein dadurch sehr spannend, dass Arthur nicht mehr halb so viel Macht hat, wie noch im ersten Band, da er den ersten Schlüssel bei Dame Primus zurückgelassen hat.

Dabei ist es auch einfach spannend, wie die morgigen Tage, in diesem Fall Grimmiger Dienstag es dem Unteren Haus, Dame Primus und Arthur schwer machen wollen, unter anderem durch politische Intrigen, wie riesen Schuldenberge, die Grimmiger Dienstag nun anbringt. Zum einen muss man auf solche Ideen erstmal kommen, zum anderen ergeben sich dadurch auch wieder sehr amüsante Stelle in der Geschichte. Ergänzt durch die speziellen Fähigkeiten von Grimmiger Dienstag und was für verrückte Dinge Arthur und seine Gefährten, u.a. Susi wieder erleben, macht dies die Handlung wieder richtig gut. Dabei trifft Arthur ebenfalls auf neue Charaktere, die ich richtig sympathisch finde, wie den Marinier oder den Alten, die einfach auch die Kreativität hinter dieser Geschichte noch ein bisschen deutlicher machen.

Grimmiger Dienstag ist ein klasse Nachfolger von Schwarzer Montag und ich bin schon extrem neugierig auf Kalter Mittwoch und die restliche Woche!


Fazit


Samstag, 14. November 2015

Rezension ~ Als der Himmel uns gehörte

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Als der Himmel uns gehörte
Autor: Charlotte Roth
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Knaur TB
Ersterscheinung: 1. April 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426516640
ISBN-13: 978-3426516645
Genre: Belletristik



Über die Autorin

Charlotte Roth wurde 1965 in Berlin geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft und schreibt seit zehn Jahren freiberuflich Romane. Mit der Veröffentlichung ihres ersten Buches „Als wir unsterblich waren“, welches auf ihrer eigenen Familiengeschichte basiert, erfüllte sie sich einen Lebenstraum. Charlotte Roth tingelt mit ihrem Mann und ihren Kindern durch Europa, hängt aber mit ihrem Herzen an Berlin.


Inhaltsangabe/Klappentext

London 2011. Die junge Läuferin Jennifer will an den Olympischen Spielen teilnehmen. Jetzt aber drohen Panikattacken ihren Traum zu gefährden. Mit ihrem Trainer, dem Iren Gregory, der sie heimlich liebt, reist Jennifer nach Mandeville, auf den Landsitz ihrer Familie. Sie hofft, sich bei ihrer fast hundertjährigen Urgroßmutter Alberta Rat holen zu können. Auch diese hat einmal an einer Olympiade teilgenommen, damals in Berlin, im Jahr 1936. Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte wird Jennifer lernen, worum es im Leben wirklich geht.


Rezension/Meinung

Ich gebe zu, dass ich bei diesem Roman zunächst ein wenig skeptisch war, denn ich bin eigentlich kein großer Fan von Geschichten, wie während des Weltkrieges spielen, ebenso wenig, kann ich bisher groß behaupten, dass ich Olympia besonders spannend finde, aber trotzdem habe ich mich auf dieses Buch eingelassen und ich bin ehrlich überrascht worden, wie gut ich es doch finde.

Was mir einfach sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass die Kriege gar nicht so in den Vordergrund gestellt werden, es ist eher so, dass sie einen Rahmen für die Geschehnisse bilden, diverses beeinflussen und einfach die Geschichte in ihrem Schatten stattfindet, was aber letztendlich gar nicht so sehr in die Richtung Kriegsgeschichte geht, die ich zunächst befürchtet hatte. Dabei ist es sehr spannend, wie viel wirklich auf dem Aspekt Sport und Olympia liegt. ich muss dazu gestehen, für mich wurde das Buch dadurch dann doch noch besser, da es vor allem um die Disziplinen Bogenschießen und Reiten ging. Ich liebe den Reitsport, damit hatte das Buch mich dann einfach gefangen, denn die Pferde spielten einfach eine sehr große Rolle. Vor allem Syrio das Wunderpferd von James, aus England, mit dem dieser bei den Spielen angetreten ist. Ich muss einfach sagen, dass dies mich sofort damit Versöhnt hat, dass ich ansonsten wenig Interesse in den meisten Olympiasportarten hege und das Buch schon für mich zu einem kleinen Erlebnis gemacht hat.

Dazu kommt, dass die Charaktere einfach toll sind. Bei vielen Dingen war es sehr spannend mitzuerleben, wie die Geschichte um Alberta, ihre Schwester, Hannes und James hat mir einfach so gut gefallen, auch die Pferde die darin vorkamen, vor allem aber hätte ich Alberta so einige Male am liebsten den Kopf gewaschen. Daneben stehen die Geschehnisse rund um Jennifer, der Enkelin Albertas, bei der es mir manches Mal ähnlich erging, bei der es aber nicht ganz so spannend war, wie bei der Erzählung zu ihrer Großmutter. Allein die Charakter haben mir schon sehr gut gefallen, ebenso, wie manche Intrige, die Politik, die alles überschattet, wie sich einfach alles ändert, die Auswirkungen auf die Menschen und ihr Verhalten. Ich muss sagen, dafür, dass ich etwas ganz anderes erwartet hatte. Hat sich dieses Buch einfach als sehr lesenswert entpuppt.

Jedem, der sich für diese Zeit, spannende Liebesgeschichten, den Reitsport, Olympia und einfach eine toll erzählte Geschichte erwärmen kann, dem will ich dieses Buch auf jeden Fall ans Herz legen!


Fazit


Rezension ~ Der satanarchöolügenialkohöllische Wunschpunsch

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Der satanarchöolügenialkohöllische Wunschpunsch
Autor: Michael Ende
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag
Ersterscheinung Neuausgabe: 18. September 2007
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 352217948X
ISBN-13: 978-3522179485
Empfohlenes Lesealter: 10 - 12 Jahre
Genre: Kinderbuch


Über den Autor

Michael Ende wurde 1929 als Sohn des surrealistischen Malers Edgar Ende und dessen Frau Luise Bartholomä in Garmisch geboren und wuchs in München auf. Kriegsbedingt konnte er seinen Schulabschluss erst 1948 machen. Im Anschluss daran besuchte er die Falckenberg–Akademie für Darstellende Kunst in München. Nach seinem Abschluss im Jahre 1950 agierte er drei Jahre lang an verschiedenen Theatern. In dieser Zeit verfasste Ende erste Texte für verschiedene politische Kabaretts. Zudem war er ab 1954 acht Jahre lang als Filmkritiker für den Bayerischen Rundfunk tätig. Den von ihm verfassten Theaterstücken war jedoch kein Erfolg beschert. Sein Manuskript „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ wurde von zwölf Verlagen abgelehnt, bevor ihn der Thienemann Verlag 1960 veröffentlichte. Das Buch wurde ein großer Erfolg und unter anderem mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Große Bekanntheit erreichte „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ auch durch die Marionetten-Stücke der „Augsburger Puppenkiste“, welche im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Im Jahre 1962 erschien der Nachfolgeroman „Jim Knopf und die Wilde 13“. 1964 heiratete Ende seine erste Frau Ingeborg Hoffmann, mit der er 1970 nach Italien zog. Dort entsteht 1973 sein Roman „Momo“, zu dem er in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Mark Lothar das Libretto zur Oper „Momo und die Zeitdiebe“ erschuf. An der 1985 realisierten Verfilmung von „Momo“ war Michael Ende als Drehbuchautor beteiligt, zudem spielte er im Film eine kleine Nebenrolle. Sein wohl bekanntestes Werk veröffentlichte er im Jahr 1979: „Die unendliche Geschichte“. Auch die Verfilmung des Werkes durch Regisseur Wolfgang Petersen wurde ein großer Erfolg, obwohl Michael Ende aufgrund von künstlerischen Differenzen die Nennung seines Namens im Zusammenhang mit dem Film untersagt. Der Film zieht zwei Fortsetzungen nach sich, die jedoch bis auf den Titel und einiger Figuren keinen Zusammenhang mit der literarischen Vorlage aufweisen. Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahre 1985 heiratet Ende vier Jahre später Mariko Satō, die einige seiner Werke ins Japanische übersetzt hatte. Im selben Jahr erscheint „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“. Michael Ende erlag 1995 im Alter von 65 Jahren einem Krebsleiden. Sein Grab auf dem Münchener Waldfriedhof schmückt ein überdimensionales Buch aus Bronze, aus dem die von ihm erschaffenen Figuren hervortreten. Das Grabmal wurde von Ludwig Valentin Angerer gefertigt. Michael Endes Werke wurden in 45 Sprachen übersetzt und erreichen eine Gesamtauflage von mehr als 20 Millionen Exemplaren.


Inhaltsangabe/Klappentext

Der Geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben ein großes Problem: Das Jahr neigt sich dem Ende zu und beide haben ihr Soll an bösen Taten noch lange nicht erfüllt. Daran sind nur Kater Maurizio und der Rabe Jakob schuld, die ihnen vom Hohen Rat der Tiere auf den Hals gehetzt wurden. Doch mit einem besonders raffinierten Plan könnte es den beiden Zauberern noch gelingen, den Rückstand an bösen Taten aufzuarbeiten. Maurizio und Jakob entdecken die bösen Absichten, aber können sie diese auch verhindern? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.


Rezension/Meinung

Durch Zufall ist mir dieses Buch in die Hände gefallen. Eigentlich ist es ja ein Kinderbuch, aber ich finde, die Geschichte von Michael Ende kann man in jedem Alter lesen. Vom Wunschpunsch kannte ich bisher nur die Cartoon-Serie aus dem Fernsehen und war natürlich dadurch schon sehr gespannt, wie wohl das Buch ist, aus der diese entstanden ist.

Sehr genial in diesem Buch sind auf jeden Fall die keinen Zeichnungen von Irrwitzer, Tante Tyrannja und den beiden Tieren Maurizio, dem Kater, sowie Jakob, dem Raben. Sie machen das Buch einfach noch ein bisschen lebendiger, als es die Geschichte an sich schon schafft. Vor allem sind sie auch genau so amüsant, wie man sich manche Beschreibung Endes vorstellt, vor allem von der Ankunft Tyrannjas und ihrem Aussehen.

Die Geschichte ist auch einfach toll. Ihr fehlt es weder an Humor, noch an der Spannung, die ich bei einem solchen Kinderbuch erwarte. Dazu kommt, dass auch sie, wie alle Geschichten Endes ein wenig einen Apell hat. Einem aufzeigt, wieso es sich lohnt gut zu sein, für das Gute zu kämpfen etc. Dadurch, dass dieser Aspekt einfach so in die Geschichte einfließt und nicht aufgesetzt oder gezwungen wirkt, finde ich ihn auch einfach sehr gelungen. Dabei ist es sogar so, dass man in gewisser Weise auch mit Irrwitzer und Tyrannja mitfiebert, da die beiden, obwohl sie eigentlich Böse sind, einfach auch ganz witzig wirken und sie zudem ja auch verständlicher Weise ihr Leben retten wollen. Jedoch sind und bleiben Maurizio und Jakob die beiden deutlich sympathischeren Charaktere in diesem Roman.

Richtig gut finde auch den Stil Endes, da ich die Stellen, an denen sich gewisse Dinge reimen müssen einfach nur zu gelungen finde. Es macht einfach irre viel Spaß diese Stellen zu lesen und gerade auch, wenn man noch Kind ist, sind diese Dinge für einen besonders interessant und wecken auch noch ein bisschen mehr die Lust dieses Buch entdecken zu wollen.

Ein Kinderbuch, das ich nur empfehlen kann, auch denen, die eigentlich keine Kinder mehr sind und denen dieses Buch in ihrer Kindheit nicht über den Weg gelaufen ist.



Fazit


Rezension ~ Reiten in Balance

Allgemeine Informationen zum Buch


Titel: Reiten in Balance
Autor: Bruno & Helga Podlech
Gebundene Ausgabe: 322 Seiten
Verlag: Franckh Kosmos Verlag
Ersterscheinung: August 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3440145166
ISBN-13: 978-3440145166Genre: Sachbuch




Über die Autoren

"Bruno Podlech war mehr als 30 Jahren als Gestütsleiter für den Wiesenhof tätig. Der Hufschmied und
IPZV-Trainer A, als Reiter zweimaliger Welt- und Vizeweltmeister, war für die Zucht und Ausbildung der Pferde zuständig. Mit der erfolgreichen Teilnahme seiner Pferde an acht Weltmeisterschaften in Folge, gehört er zu den angesehensten Züchtern außerhalb Islands.

Seine Frau Helga, IPZV-Trainerin A, Pferdewirtschaftsmeisterin und Erzieherin, leitet die Organisation auf dem Wiesenhof. Sie engagiert sich stark für das Heilpädagogische Reiten und ist in der Fachinstanz der Reiterqualifikation SG-TR (Schweizer Gruppe für Therapeutisches Reiten). Sie führt sämtliche Reiterqualifikationslehrgänge für die angehenden Reittherapeuten und Reitpädagogen aus."

(Quelle: Der Wiesenhof)

Inhaltsangabe/Klappentext

Dieses liebevoll gestaltete und wunderschön fotografierte Islandpferdebuch ist nicht nur eine Liebeserklärung an diese beeindruckende Pferderasse, sondern gibt dem Leser einen neuen ganzheitlichen Ansatz zur Haltung und Ausbildung von Islandpferden.


Rezension/Meinung

Ein Buch von einer der Größen im Islandpferdesport sowie der Islandpferdezucht, Bruno Podlech. Ein Buch, von dem ich schon sehr viel gehört hatte, meist Positives. Ich musste es also einfach lesen, um selbst zu erfahren, was an den Meinungen dran ist oder auch nicht.

Letztendlich kann ich nur sagen, dass es eine super Entscheidung war dieses Buch zu lesen, da es einfach richtig genial ist. Vor allen Dingen, um die einzelnen Eigenschaften der Islandpferde ein wenig besser zu verstehen. Aber auch, um mehr und mehr zu verstehen, was der Unterschied zwischen Fünfgänger, Naturtölter, geborenem Rennpasser etc. ist. Woran man vieles, was man vom Pferd später erwarten kann oder eben auch nicht, schon allein an seinem Gebäude ableiten kann. Vor allem aber auch, wie man diese Dinge positiv beeinflussen kann, wie man das Pferd unterstützen kann und wie man dadurch lernt, was man einfach mit seinem Pferd nicht anfangen sollte, da es eh anatomisch dies nie leisten können wird. Ich finde diese Themen zum einen super interessant und zum anderen auch einfach sehr gut aufgearbeitet.

Nebenbei erfährt man noch weitere Dinge bezüglich Bruno Podlech, seiner Zucht und seinem Ausbildungsweg, den er bei den Pferden angeht. Dazu kommen viele Interessante Aspekte in Richtung der Hufbearbeitung, Stellung etc. und welche Einflüsse auch dies auf die Möglichkeiten hat, was ein Pferd wirklich alles kann oder was ihm auch einfach durch körperliche Aspekte verwehrt bleibt. Ein extrem spannendes Thema, was auch immer wieder mit sehr guten Skizzen untermalt ist, die das Buch im Allgemeinen sehr anschaulich machen.

Sehr interessant ist dabei auch der letzte Part des Buches, der sich, nachdem es zuvor vor allen Dingen um theoretisches Wissen und dessen Vermittlung gedreht hat, damit beschäftigt einem aufzuzeigen, wie man sein Pferd nach dem Weg ausbilden kann, den Podlech nutzte. Dabei ist dies auch wieder so gut beschrieben, dass man selbst die einzelnen Schritte sehr gut nachvollziehen und zudem auch nachmachen kann. Nicht alles ist eventuell der Weg, den man selbst für sich und sein Pferd gehen will, aber an sich gefallen mir viele seiner Ansätze einfach sehr gut.

Ein super aufgebautes Buch, dass sich eingehend mit den Themen Körperbau und davon abgeleiteter Fähigkeiten, der Zucht und der Ausbildung beschäftigt, das ich jedem Islandpferdefreund nur empfehlen kann.


Fazit


Freitag, 13. November 2015

Rezension ~ Tödliche Oliven

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Tödliche Oliven
Autor: Tom Hillenbrand
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch
Ersterscheinung: 6. November 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462046950
ISBN-13: 978-3462046953
Genre: Krimi
Reihe: Xavier Kieffer
Band: IV


Über den Autor

Tom Hillenbrand, geboren 1972, war Ressortleiter bei Spiegel Online und arbeitet nun als Schriftsteller und Kolumnist. Der begeisterte Hobbykoch und Foodie verliebte sich während eines mehrmonatigen Luxemburger EU-Praktikums in das Großherzogtum. Seine ersten drei Kriminalromane standen monatelang auf Platz eins der Luxemburger Bestsellerliste. 


Inhaltsangabe/Klappentext

»Schlitzohr in Kochschürze – Xavier Kieffer hat es faustdick unter der Kochmütze.« Saarländischer Rundfunk Einmal im Jahr gönnt sich der Koch und Gourmet Xavier Kieffer einen Ausflug nach Italien. Gemeinsam mit seinem Schulfreund, dem Wein- und Ölhändler Alessandro Colao, fährt er in die Toskana, unternimmt Weinproben und fährt einige Tage darauf mit einem Laster voller Wein und Öl zurück nach Luxemburg. Diesmal geht der Trip allerdings gehörig schief. Sein Freund versetzt ihn und Kieffer findet heraus, dass Alessandro bereits Tage zuvor ohne ihn nach Italien aufgebrochen ist – und seither hat niemand etwas von ihm gehört. Der Koch macht sich auf die Suche. Aber statt Alessandro findet er eine verlassene Mühle, Tanks voll seltsam riechenden Olivenöls und bewaffnete Männer, die gerade Öl in einen Lastwagen pumpen. Hat der Ölhändler krumme Geschäfte getätigt? Kann Kieffer seinen Freund finden, bevor es zu spät ist?


Rezension/Meinung

Ich muss ja gestehen, ich liebe diese Genuss-Krimis rund um den Koch Xavier Kieffer, der immer wieder in dubiose Machenschaften rund um edles Essen und vor allem auch edle Zutaten hineingezogen wird. In diesem Teil geht es, wie am Titel unschwer erkennen kann, um Oliven, genauer ihr Öl und wie in diesem Bereich so gemauschelt wird.

Für mich ist es dabei immer wieder extrem gekonnt, wie der Autor es schafft diese Themen, die ja wirklich auch durch die Realität inspiriert sind, so in einen Roman zu verpacken, dass zum einen die Spannung eines Krimis vorhanden ist, man einfach viel zu dem Thema erfährt und es sich alles so gut zusammenfügt. Irgendwie finde ich diese Krimis immer auch wieder lehrreich, weil man so viel zu machen Dingen erfährt, wie unter anderem zum Thunfisch oder in diesem Fall dem Olivenöl. Dabei ist es diesmal sogar noch ein wenig interessante, dass der Freund von Xavier, Alessandro Colao, welcher in die Machenschaften irgendwie verstrickt zu sein scheint, einfach spurlos verschwunden ist, es also nicht, wie in den Vorgängern, ein Todesopfer gibt.

Durch diesen, diesmal anderen Aspekt nehmen Xaviers Ermittlungen einfach eine ganz andere Dringlichkeit ein, als sie es zuvor immer getan haben, da in diesem Fall eventuell noch jemand zu retten sein könnte. Vor allem, da zunächst nicht zur Gänze klar ist, wie tief er in die Machenschaften vielleicht selbst verstrickt ist, wenn ja, ob er es aus eigenen Beweggründen begangen hat oder gezwungen wurde, ebenso, wie auch die Tatsache, dass er auch einfach so ein Opfer geworden sein kann. Alles ist möglich und man selbst weiß, ebenso wie Xavier, eigentlich nichts. Ein für mich sehr spannender Ausgangspunkt, bei dem ich auch etwas länger mal benötigt habe, um wirklich alles zu durchschauen.

Vor allem auch die Szenen zwischen Xavier und der ermittelnden Beamtin finde ich immer wieder sehr gekonnt. Vor allem da sie häufig einfach auch so schön ironisch und teils leicht sarkastisch sind. Das bringt zu den interessanten Themen und der Spannung auch immer wieder noch ein bisschen Humor in diesen Krimi.

Allgemein wieder ein Krimi, den ich sehr gern gelesen habe und eine Reihe, bei der ich mich auch schon auf die weiteren Bände freue, da sie zum einen sehr kurzweilig sind und zum anderen immer wieder interessante Themen bieten.


Fazit


Rezension ~ Die Erbin der Welt

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die Erbin der Welt
Autor: N.K. Jemisin
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet
Ersterscheinung: 14. Juni 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442266696
ISBN-13: 978-3442266692
Originaltitel: The Earth and the Sky 01. The Hundred Thousand Kingdoms
Genre: Fantasy
Reihe: Inheritance-Trilogie
Band: I


Über die Autorin

N.K. Jemisin wurde in Iowa geboren und wuchs in New York City auf. Außerdem lebte sie mehr als 10 Jahre in Massachusetts um daraufhin wieder nach New York zu ziehen. Sie besuchte von 1990-94 die Tulane University und machte dort ihren Bachelor in Psychologie. Sie schreibt schon seit sie 10 Jahre alt ist. Sie würde aber alles dafür tuen, dass ihre früheren Arbeiten niemals öffentlich gemacht werden.


Inhaltsangabe/Klappentext

Geheimnisse und Intrigen im Palast über den Wolken – wo Menschen und Götter um Macht und Einfluss ringen Natürlich befolgt Yeine Darr den Befehl ihres Großvaters, sich unverzüglich aus der Provinz zu seinem Palast zu begeben. Schließlich ist er der Herrscher über die ganze Welt. Doch als er sie zu seiner dritten Erbin ernennt, befindet sie sich unvermutet inmitten tödlicher Palastintrigen. Ihre einzige Hoffnung auf Überleben ist ein Bündnis mit Nahadoth – dem zwar versklavten, aber immer noch ebenso mörderischen wie verführerischen Gott der Finsternis.


Rezension/Meinung

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich selten einen Roman, ob Fantasy oder aus einem anderen Genre gelesen habe, der mich so verwirrt hat, wie dieser hier. Ich bin auf die Reihe aufmerksam geworden, da sie zum einen ganz interessant klang, zum anderen aber auch auf dem Klappentext gelobt wurde. Woher dieses Lob jedoch genau resultiert, wurde mir beim Lesen nicht richtig klar.

Zunächst wird man direkt in die Geschichte um Yeine Darr geworfen, in eine Welt, die sehr groß und auch zwar irgendwie durchdacht wirkt, von der man aber immer nur kleine Bruchstücke zu greifen bekommt, wie Namen von Orten, durch die man sich zwar teils ihre Lage vorstellen kann, aber eine Karte hätte hier durchaus weiter geholfen. Zudem scheint es noch eine sehr klare Politikstruktur zu geben, die man aber zunächst auch nicht wirklich greifen kann, ebenso welche Rassen es in dieser Welt gibt und wie weit sie wohl eigentlich von ihrem Fortschritt ist. Zum einen wirkt vieles, sehr typisch für Fantasy-Welten, mittelalterlich, aber es gibt auch Dinge wie Damentoiletten, was mich dann wieder vollkommen verwirrt hat, da es einfach zu modern wirkte. Vieles von dieser Verwirrung ist sicher auch einfach dem Erzählstil geschuldet, der an sich einfach sehr speziell ist. Zum einen erlebt man alles wirklich nur aus der Erzählperspektive von Yeine, die aber nicht ein typischer Ich-Erzähler ist, sondern etwas auktoriales hat, teils bekommt man das Gefühl, dass sie schon deutlich mehr weiß, als sie erzählt, an einigen Stellen springt sie sehr in der Geschichte umher, landet plötzlich mit ihrer Erzählung in der Vergangenheit oder ganz woanders. Zum anderen ist auch einfach vieles nicht ausreichend erklärt, sodass man nie wirklich dazu kommt, dass man auch wirklich alle Zusammenhänge richtig greifen kann.

Nach und nach wird es etwas besser und die Götter dieser Welt, die von der herrschenden Familie und dem Gott, an den diese glaubt, versklavt wurden, sind auch bei weitem nicht uninteressant, auch wenn ich manchen Part der “Liebesgeschichte”, die in diese Buch eingebaut wurde, nicht benötigt hätte, da es einfach nicht so wirklich hineinpassen will, sowohl vom Stil, als auch von ein paar anderen Aspekten. Auch Yeine ist durchweg ein Charakter, der mir nicht ganz schlüssig werden konnte. Das liegt wohl vor allem auch daran, dass ich neben ihr noch diese Welt versucht habe zu verstehen, die mir immer noch nicht ganz klar ist.

Allgemein sicher zwar eine ganz interessante Idee, aber nicht wirklich gut umgesetzt. Ich habe mich einfach viel zu verwirrt gefühlt und bin aber neugierig, ich habe mir ja gleich alle drei Bände gekauft, ob das in den anderen beiden, mit anderen Protagonisten noch besser wird, oder vom Stil so seltsam bleibt.


Fazit

Rezension ~ Schwarzer Montag

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Schwarzer Montag
Autor: Garth Nix
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
Ersterscheinung: 14. Oktober 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404205960
ISBN-13: 978-3404205967
Originaltitel: Mister Monday
Genre: Fantasy
Reihe: Die Schlüssel zum Königreich
Band: I


Über den Autor

Garth Nix wurde 1963 in Melbourne geboren. Nach seinem Abschluss an der Universität arbeitete er zunächst in einer Buchhandlun, später als Verleger, Buchhandelsvertreter und Zeitungsredakteur. 1994 verließ er das Verlagsgeschäft und arbeitete in den folgenden drei Jahren als Berater in der Public-Relations- und Marketing-Branche. Im Januar 2002 konnte sich Nix dazu durchringen, sein Leben ausschließlich der Schriftstellerei zu widmen. Er lebt heute gemeinsam mit seiner Frau Anna, einer Verlegerin, und seinem Sohn Thomas in einem Vorort von Sidney, direkt am Meer.


Inhaltsangabe/Klappentext

Eigentlich ist Arthur Penhaligon kein Held. Genau genommen ist ihm sogar ein früher Tod vorherbestimmt. Doch dann rettet ihm ein merkwürdiger Gegenstand das Leben: ein Schlüssel, geformt wie ein Uhrzeiger. Mit dem Schlüssel kommen bizarre Wesen aus einer anderen Dimension: Finstere Boten mit Flügeln, eine Armee aus hundegesichtigen Schergen, angeführt von einem unheimlichen Fremden. Sie wollen den Schlüssel um jeden Preis zurück. Arthur wagt es, ein geheimnisvolles Haus zu betreten, das nur er sehen kann und das in andere Dimensionen führt. Dort will er die Geheimnisse des Schlüssels lüften ...


Rezension/Meinung

Diese Reihe ist mir wohl vor allen Dingen aufgefallen, da mir die Cover, wie auch die Titel der einzelnen Bände einfach gefallen haben und vor allem meine Neugier wecken konnten. Sowohl die Tatsache, dass es sich um eine ganze Woche handelt, als auch, dass sie mit diversen Adjektiven belegt sind. Getäuscht haben mich die interessanten Titel auf jeden Fall nicht, denn es schon dieser erste Band hat mir sehr gut gefallen, auch wenn die Geschichte ein wenig verrückt ist, aber positiv verrückt.

Denn auch, wenn viele Ideen in dieser Geschichte schon sehr verrückt sind, ist das Buch einfach richtig gut aufgebaut. Man wird nicht sofort in eine unbekannte Welt gestoßen, sondern lernt zunächst Arthur, als Protagonisten kennen und die seltsamen Begebenheiten bauen sich langsam immer weiter auf, zunächst sind die die beiden Männer mit der Schubkarre, die ein wenig sehr seltsam sind und Arthur noch seltsamere Dinge übergeben und ab diesem Punkt nehme die Dinge langsam seinen Lauf. Dabei ist es einfach super gelöst, dass man als Leser selbst, genau wie Arthur, sich immer mehr in diese Welt anfängt einzufinden.

Allgemein finde ich die Idee vom Haus, dem Nichts, seinen Bewohnern, dem Vermächtnis, den Treuhändern, die an die Wochentage angelehnt sind und jeweils einen anderen Bereich des Hauses unter sich haben, einfach irgendwie eine geniale Idee. Vor allem, da das Haus ja der Mittelpunkt aller Welten ist. Ein Ansatz, den ich in dieser Richtung und Art bisher noch in keinem Buch hatte. Zumal wirklich auch alle Wesen, die bisher auftauchen wirklich interessant und gut durchdacht sind. Dabei ist es einfach spannend zu sehen, dass es einige bekannte Fantasywesen gibt, die etwas anders interpretiert wurde, aber auch so viele neue, was ich immer wieder genial finde. Auch kleine Anspielungen, wie den Pfeifer und die Kinder, die er mitgebracht hat finde ich gut, vor allem da man sich bei solchen Charakteren immer ein wenig fragt, ob sie an bekannte Sagengestalten angelegt sind.

Vor allen Dingen mag ich Arthur und die anderen Charaktere, wie Susi sehr gern. Alle haben einfach ihre gewisse Persönlichkeit, kleine Macken und Eigenarten, die einen auch manches Mal beim Lesen sehr schmunzeln lassen. Zudem ist Arthur auch einfach nicht der typische Held, da er häufig an Asthmaanfällen leidet und eigentlich nicht zum heroischen Typ Mensch gehört. Das macht ihn mir sehr sympathisch, da er einfach doch sehr aus der Rolle fällt und trotzdem einfach alles tut, um die Dinge zum Guten zu wenden. Vor allem auch die Dialoge sind richtig gut, immer sehr der Situation angepasst, spannend, aber auch humorvoll.

Allgemein ein extrem guter Auftakt dieser doch scheinbar eher unangenehm werdenden Woche, bei der ich schon gespannt bin, wie sie sich weiter entwickelt und ausgehen wird. Vor allem auch, wie sich das Vermächtnis noch verwandeln wird und was es im Haus noch alles zu entdecken gibt. 


Fazit


Montag, 9. November 2015

Der lovelybooks Leserpreis

http://www.lovelybooks.de/leserpreis/2015/nominierungen/romane/

Eigentlich müsste ich mich zwar eher darum kümmern, wieder ein wenig mit meinem Rezensionen auf einen Stand zu kommen, bei dem ich mit mir selbst wirklich zufrieden bin, aber da aktuell bei lovelybooks wieder der Leserpreis verlost wird, wollte ich euch auch nochmal darauf aufmerksam machen! 

Ich selbst habe die letzten Jahre nämlich immer sehr gern beim Leserpreis auch meine Meinung und Stimme abgegeben, auch wenn in manchen Kategorien schon schnell klar ist, welches Buch einfach gewinnen wird, da es einen regelrechten Hype auslöste. Aber was macht das schon, in anderen Kategorien kann man dafür so manche Überraschung erleben oder sich auch darüber freuen, dass ein Buch gewonnen hat bzw. unter die ersten drei gekommen ist, das man selbst sehr gut findet.

Aktuell befindet sich der lovelybooks Leserpreis noch in der Nominierungsphase, d.h. es ist noch vollkommen offen, welche Bücher in die Abstimmung einziehen werden, denn es steht bis zum 12.11. noch jedem von uns frei zu jeder Kategorie sein Lieblingsbuch zu benennen. Dabei auch hier die Anmerkung, die lovelybooks schon macht, nennt das Buch auch ruhig dann noch, wenn ihr es schon in der Liste seht, denn in die endgültige Auswahl schaffen es nur die Bücher, die am häufigsten pro Kategorie nominiert wurden!

Ich kann euch also nur wärmstens empfehlen auch beim Leserpreis mitzumachen! Ich werde mich auf jeden Fall mit einbringen!

Liebe Grüße,
Themis ^.^v


Sonntag, 8. November 2015

Rezension ~ Morgen früh, wenn du willst

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Morgen früh, wenn du willst
Autor: Tania Carver
Broschiert: 512 Seiten
Verlag: List Hardcover
Ersterscheinung: 7. August 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471351108
ISBN-13: 978-3471351109
Originaltitel: The Doll's House
Genre: Thriller
Reihe: Marina Esposito & Phil Brennan
Band: V


Über die Autorin

Tania Carver ist der Autorenname von Martyn und Linda Waites. Der preisgekrönte Krimiautor Martyn und die renommierte Kostümbildnerin Linda erfüllen sich mit dem gemeinsamen Schreiben einen Traum. Ihr Debut "Entrissen" mit der Profilerin Marina Esposito war wochenlang in der Sunday Times Top 10 und auf der Spiegel-Bestsellerliste. Danach begann der weltweite Erfolg der Thrillerserie. Das Ehepaar lebt mit zwei Kindern in Südengland. Ein perfekter Ort zum Schreiben. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein unauffälliges Haus in den Vororten. Innen ein vermeintliches Kinder-Idyll mit pinkfarbenen Tapeten, gelben Schleifchen und einem reich gedeckten Kuchentisch. Es ist wie ein Puppenhaus. Und am Tisch sitzt eine Puppe, in Lebensgröße, mit blonden Zöpfen und in einem rosa Kleidchen. Sie ist blutverschmiert und tot. DI Phil Brennan ist von dem Tatort verstört und noch mehr von der Toten. Sie hatte sich genau diesen Tod gewünscht. Phil bittet seine Frau, Polizei-Profilerin Marina, um Hilfe. Jagen sie einen Einzeltäter, einen »Puppenspieler«? Oder hängen die Morde mit dem Kult zusammen, dem auch einer ihrer Kollegen zu huldigen scheint?


Rezension/Meinung

Wieder ein neuer Thriller mit Marina Esposito und Phil Brannan und vor allen Dingen, Phil hat wieder eine größere Rolle, was mir sehr gefällt, denn Marina mag ich immer noch nicht so richtig gern, zumal sie sich in diesem Band auch noch sehr seltsam verhält, was sie mir nicht sympathischer machen konnte.

Die erste Umstellung in diesem Band, wir haben den Handlungsort gewechselt, denn Phil und Marina sind nach den Geschehnissen aus dem Vorgänger umgezogen, nach Birmingham. Sowohl man selbst als Leser, als auch Phil, muss sich also umstellen, denn die neuen Kollegen sind so ganz anders als die alten. Vor allem scheinen sie mir auf den ersten Blick deutlich unzugänglicher und unsympathischer. Aber gerade auch diese Probleme und Reiberein im Team machen es noch ein ganzes Stück spannender, denn ohne diesen Aspekt wären Motiv und Fall fast schon ein bisschen langweilig, zumindest ab einem bestimmten Punkt. Interessant ist auf jeden Fall am Ende das Motiv des Täters und auch, warum die Opfer zu Opfern wurden, denn genau dieser Aspekt ist einer der wichtigsten im Buch, dabei finde ich es einfach extrem interessant beschrieben, was die Charaktere in diesen Augenblicken bzw. beim Zurückdenken daran so durch den Kopf geht. Denn genau diese Gedanken hat die Autorin extrem gut beschrieben. Vor allem ist der Psychologische Aspekt in diesem Roman sehr gelungen, auch in Bezug auf Marina, die sich, für meinen Geschmack, mal wieder sehr seltsam verhält, wenn man bedenkt, welche Ausbildung sie hat etc. In diesem Band ist es nicht einmal mehr menschlich nachvollziehbar, wie ich es noch beim letzten gesagt habe, sondern einfach nur vollkommen dämlich von ihr, was sie teilweise macht.

Interessant ist, wie die diversen Stränge, die in diesem Band zunächst vorhanden sind, langsam zusammenkommen und auch, sich das Team um Phil entwickelt, wie er mit der Situation umgeht und auch, was man so ab und an von den alten Kollegen Phils nochmal hört, denn einen Satz, den Anni am Telefon sagt, finde ich einfach nur klasse und ich frage mich, ob wirklich alle weiteren Bände in Birmingham spielen werden, fragt Anni doch: “Und wann kommt ihr wieder nach Hause?”. Ich bin auf jeden Fall auf den nächsten Band gespannt, auch wenn ich hoffe, dass entweder Marina mal etwas klüger wird oder zumindest dann nicht zu sehr viel mit dem Fall zu tun haben wird, denn sie verliert bei mir immer mehr an Sympathie.



Fazit