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Dienstag, 26. April 2016

Rezension ~ Geschwärzt

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Geschwärzt
Autor: Antonia Fennek
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Egmont LYX
Ersterscheinung: 14. Januar 2016
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802595343
ISBN-13: 978-3802595349
Genre: Thriller
Vorgängerband: Schwarzweiß


Über die Autorin

Antonia Fennek ist das Pseudonym der Autorin Melanie Metzenthin, unter dem sie Thriller schreibt. Die Autorin wurde 1969 in Hamburg geboren, wo sie auch heute noch lebt und als promovierte Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet. Während ihrer beruflichen Tätigkeit hat sie unter anderem mehrere Jahre lang als Ärztin im psychiatrischen Maßregelvollzug mit psychisch kranken Straftätern gearbeitet. Beim Schreiben ihrer Romane greift sie gern auf ihre beruflichen Erfahrungen zurück, um aus ihren fiktiven Charakteren glaubhafte Figuren vor einem möglichst realistischen Setting zu schaffen. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Als der bekannte Softwareentwickler Peter Bräuning wegen einer schweren Sexualstraftat in den Maßregelvollzug eingeliefert wird, bekommt die Ärztin Regina Bogner bald Zweifel: Ist der junge Mann tatsächlich zu einer grausamen Tat fähig? Immer wieder beteuert Bräuning seine Unschuld, doch die Beweise sprechen gegen ihn. Ausgerechnet Reginas Tochter Anabel wird zu seiner einzigen Fürsprecherin – und verstrickt sich ohne Reginas Wissen immer mehr in der Grauzone zwischen Recht, Gesetz und Selbstjustiz …


Rezension/Meinung

Hatte ich bisher von der psychatrischen Sicherheitsverwahrung bzw. forensischen Psychiatrie noch keine Ahnung, bin ich nach diesem Thriller eindeutig um einiges schlauer. Ich bin ehrlich, auf positive Weise, sehr erstaunt, wie viel Wissen einem die Autorin zu diesem Thema vermittelt. Er ist einfach extrem authentisch, spannend und interessant. Dabei schafft sie es zudem sehr gut mit dem Leser zu spielen, denn man weiß lange nicht so genau, wem man wirklich glauben soll, ob man seinem Gefühl trauen kann oder auch nicht.

Zum einen lernt man sehr schnell, dass in der forensischen Psychiatrie der Grundsatz herrscht, dass man als Arzt den Patienten erstmal nicht glaubt und alles, was von ihnen kommt in Frage stellt, denn man kann nie sicher sein, ob es sich bei den Aussagen um die Wahrheit oder etwas handelt, was der psychisch kranke sich zusammenfabuliert hat. Genau dieser Aspekt ist in diesem Thriller einfach sehr gut dargestellt, da da Ärzte Peter alle nicht glauben, dass er immer wieder beteuert, unschuldig zu sein. Ich selbst habe mich auch immer wieder gefragt, hat er wohl Recht oder ist er so weit psychisch krank, dass er nur davon überzeugt ist Recht zu haben, obwohl er etwas verdrängt. Einzig Anabel, die ein Praktikum in der Klinik macht, ist von Peters Unschuld überzeugt.

Es ist dabei einfach zu spannend die Reaktionen der Ärzte zu erleben, wie Peter und Anabel mit der Situation umgehen und was man von der Tat nebenbei noch alles erfährt, das einen dazu bringt, dass man seinen eigenen Standpunkt immer wieder überdenkt und alles immer wieder in einem neuen Licht sieht. Von daher schafft es dieser Thriller, ohne großartig blutig oder ähnliches zu sein, auf jeden Fall aber extreme Spannung aufzubauen.

Von den Charakteren, muss ich ehrlich gestehen, ist mir Peter ziemlich sympathisch, auch wenn man nie weiß, ob er zu den Bösen gehört oder auch nicht. Auf jeden Fall mochte ich ihn von seiner Art her sehr, was es für mich sehr schwer gemacht hat ihn als neutralen Charakter zu sehen, hinter dem auch Böses schlummert. Vor allen Dingen finde ich es auch klasse, wie unterschiedlich die Ärzte dargestellt werden, wobei ich einen richtigen Ekel gegenüber Dr. Proser, der ein solches Ekel ist, dass man ihn einfach nicht mögen kann.

Ein genialer Thriller, der super spannend ist, mich sehr gut unterhalten hat und den ich jedem empfehlen kann.


Fazit


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