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Mittwoch, 9. November 2016

Rezension ~ Mit den Augen meiner Schwester

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Mit den Augen meiner Schwester
Autor: Julie Cohen
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Diana Verlag
Ersterscheinung: 9. Mai 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453356594
ISBN-13: 978-3453356597
Originaltitel: Getting Away With It
Genre: Belletristik / Frauenroman



Über die Autorin

Die us-amerikanische Schriftstellerin Julie Cohen wurde in Maine, USA, geboren. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Berkshire, England. Neben dem Schreiben leitet sie Schreibworkshops


Inhaltsangabe/Klappentext

Eine unvergessliche Schwesterngeschichte vom Weglaufen und Nach-Hause-Finden

Als Kind konnte Liza Haven es kaum erwarten, ihrem beschaulichen Heimatort Stoneguard zu entfliehen. Lange war sie schon nicht mehr dort – seit jenem schrecklichen Weihnachtsfest, als die Mutter Lizas Schwester Lee zu ihrer Nachfolgerin in der familieneigenen Eiscreme-Manufaktur bestimmte. Als Liza nun nach Jahren in Amerika nach England zurückkehrt, muss sie feststellen, dass ihre scheinbar perfekte Schwester sich aus dem Staub gemacht hat. Unbeabsichtigt schlüpft sie in Lees Rolle und erkennt, dass deren Leben nicht so leicht und sorgenfrei ist, wie sie immer angenommen hatte. Ihren kleinen Heimatort hingegen findet sie gar nicht mehr so übel – Lees festen Freund Will übrigens auch nicht … 


Rezension/Meinung

Ab und an stellt man sich ja doch die Frage, wie es wohl wäre, jemand anderes zu sein, jedoch in die Situation zu geraten, dies mal auszuprobieren, wird wohl kaum jemand einmal. Daher finde ich die Idee hinter diesem Buch, dass die eine Zwillingsschwester, die schon lange nicht mehr in ihrem Geburtsort lebt, dorthin zurück kommt und für ihre irgendwie verschwundene Schwester gehalten wird, mal ein echt interessanter Gedanke.

Ich muss ehrlich gesehen, dass ich vor allen Dingen auch den Ort des Geschehens, dieses kleine Dorf in England schon sehr gut finde, da die Einwohner ja doch teilweise ein bisschen speziell, naiv etc. sind. Die meisten haben so eine kleine Eigenheit, die ihnen, auch wenn sie nur ein reiner Nebencharakter mit kleiner Rolle sind, Persönlichkeit geben und man sich vorstellen kann, dass ein solcher Mensch dort lebt. Am deutlichsten stechen natürlich der Charakter von Liza, Lee, ihrer Mutter und von Will, der schon in ihrer Kinderheit und Jugend eine gewisse Rolle für beide Schwestern gespielt hat und jetzt als Lebenspartner von Lee, der die Verwechslung jedoch auch nicht bemerkt, eine wichtige, aber auch amüsante Rolle spielt.

Das Buch ist durchaus sehr kurzweilig und hat so einige amüsante Szenen, wobei ich bei einigen schon sehr schmunzeln musste, dass die Charaktere überhaupt auf solche Ideen kommen, da sie wirklich verrückt sind. Andere, die auch wieder etwas trauriges haben, da die Mutter der Zwillinge an Alzheimer Demenz leidet und vor allen Dingen viel Gefühl. Besonders auch von Liza, die in dem Zwispalt steckt, zu erfahren, wie anders es ist, wie anders man wahrgenommen wird, wenn man in der Rolle der Schwester steckt, die von allem im Ort sehr gemocht wird, wo man selbst eher als Persona non Grata zählt. Ein bisschen hatte ich zwar den Eindruck, dass Liza mit ihrer Einschätzung bezüglich der Bewohner des Orts und ihrer Meinung bezüglich ihrer Person daneben liegt, aber trotzdem mochte ich beide Schwestern irgendwie, auch wenn mir Lee z.B. sehr naiv vorgekommen ist. Mitunter am interessantesten ist vor allem auch, wie Liza mit Will umgeht, weiß sie ja, dass er eigentlich der Freund ihrer Schwester ist, wie er darauf reagiert und sich diese Beziehung dadurch entwickelt.

Auch die eher etwas neben der Thematik in das Leben einer anderen einzutauchende Handlung rund um das Eisherstellungsunternehmen der Familie, finde ich irgendwie interessant, vor allen Dingen zu welchen Blüten das führt, dass Liza nun Lee ersetzen muss.

Alles in allem auf jeden Fall eine gute Unterhaltung, die mir Spaß gemacht hat.



Fazit


Eine lockere und leichte Geschichte, die aber auch einen gewissen Anklang von tiefgründigen Themen hat, die aber auf diese lockere Art eingewoben sind.

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