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Dienstag, 8. November 2016

Rezension ~ Pferde - wie von Zauberhand bewegt

Allgemeine Informationen zum Buch


Titel: Pferde - wie von Zauberhand bewegt
Autor: Wolfgang Marlie / Ulrike Bergmann
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Franckh Kosmos Verlag
Ersterscheinung: 9. März 2016
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3440144836
ISBN-13: 978-3440144831
Genre: Sachbuch



Über die Autoren

Ulrike Bergmann
Ulrike Bergmann, Jahrgang 1970, wuchs in der Nachbarschaft eines Ponyhofs auf. Sie studierte BWL und Medienwissenschaften und volontierte an der Axel Springer Journalistenschule. Nach Stationen bei Bild am Sonntag und im PR-Bereich einer Großbank kehrte sie zu ihren beruflichen Wurzeln, in die Lokalredaktion der Sylter Rundschau, zurück. Seit 2010 begleitet Shetty Hella ihren Weg, der sie in die Freiberuflichkeit führte. Die Biografie ihres Trainers Wolfgang Marlie ist ihr erstes Buch. 
 
Wolfgang Marlie
Wolfgang Marlie, Jahrgang 1939, bekam zehn Reitstunden, bevor er Mitte der fünfziger Jahre mit Mutter Magda die Reiterpension Marlie in Scharbeutz an der Ostsee gründete. Seine solide Ausbildung holte er u. a. in Warendorf nach. Heute führt der experimentierfreudige Trainer den Betrieb mit Ehefrau Kari und hat sich auf die Ermutigung von Pferden und Reitern spezialisiert.
 

Inhaltsangabe/Klappentext

Erste Reitversuche am Strand, Unterricht bei Paul Stecken und Egon von Neindorff, Schülerinnen wie Paralympicsreiterin Bettina Eistel und die Erkenntnis: „Von den Pferden, die mich an den Rand des Wahnsinns brachten, habe ich am meisten profitiert.“ Jahrzehnte bevor alle Welt von Pferdeflüsterern sprach, machte sich Wolfgang Marlie auf die Suche nach neuen Ideen zum Umgang mit Pferden.

Die Journalistin Ulrike Bergmann hat seine Arbeit vier Jahre lang begleitet. Gemeinsam zeichnen sie seinen Weg vom ehrgeizigen Reiter zum entspannten Horseman nach und beschreiben die Einblicke, die er dabei in die Seelen der Pferde und ihrer Menschen bekommen hat.


Rezension/Meinung

Von diesem Buch bin ich ehrlich richtig begeistert, auch wenn ich beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses erst noch ein bisschen skeptisch war, was mich wohl erwarten wüde.
Wolfgang Marlies Erzählung über seinen Werdegang mit den Pferden und seiner Pension ist jedoch eine Geschichte, die sowohl sehr lehrreich, als auch einfach interessant ist. Vor allen Dingen, was man so alles erfahren kann über die vergangenen Zeiten, die man selbst vielleicht nicht erlebt hat.

Für mich war es einfach spannend, wie Wolfgang Marlie von seinen Erfahrungen mit den Pferden in seiner Kindheit und Jugend berichtet. Wie die Tiere damals gesehen wurden, wie man mit ihnen umgegangen ist etc. Besonders auch im Hinblick darauf, dass er gleichzeitig schon reflektiert, dass er mit seinem Wissen, welches er heute hat, viele Dinge anders angehen würde, als sie es damals taten. Es ist einfach so genial, wie er heute sagt, dass er vieles anders machen würde, aber trotzdem es auch die Erfahrung wert war, die er gemacht hat. Ebenso, wie einige Dinge einfach auch damals, bei manchen Trainern gemacht zu haben, bei denen man nicht wirklich verstanden hat warum, aber jetzt in gewissem Maß nachvollziehen kann, was wohl die Intention hinter dieser Tätigkeit war.

Es ist ein sehr schönes Bild, was Wolfgang Marlie einem zeichnet, wie man mit den Pferden umgehen kann. Vor allen Dingen, da er auch immer wieder davon spricht, dass der Faktor Zeit, die man sich nimmt, in Kombination mit viel Ruhe, Geduld un Ausdauer der Schlüssel dazu ist, ein Pferd richtig kennen zu lernen und ihm zu helfen. Einfach sehr gut gefällt mir auch sein Ansatz, dass er sagt, dass es keine schwierigen Pferde gibt, sondern nur Pferde in Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten entstehen, weil die Pferde Situationen um sich herum nicht richtig einschätzen können, der Mensch vielleicht auch in seiner Verständigung einiges an Fehlern macht. Vor allen Dingen aber auch, wie kritisch man beäugt wird, wenn man die Dinge anders angeht, als sie Standard sind und wie sehr man damit auch anecken kann, auch wenn sich dann heute herausgestellt hat, dass viele dieser Ideen genau richtig waren, wenn damals, einfach durch die Infrastruktur der Welt nicht so weit verbreitet und vor allen Dingen auch noch lange nicht so sehr auch von vielen Pferdemenschen diskutiert und ausprobiert.

Ich für mich habe auf jeden Fall einiges noch aus diesem Buch für mich mitnehmen können und kann es jedem, der sich für Pferde interessiert, nur empfehlen.


Fazit


Eine Biographie bzw. ein Pferdebuch, bei dem man noch sehr viel für sich lernen kann und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass es vor allem eins braucht: Geduld und Achtsamkeit.


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