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Donnerstag, 15. Dezember 2016

Rezension ~ Der Architekt des Sultans

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Der Architekt des Sultans
Autor: Elif Shafak
Gebundene Ausgabe: 600 Seiten
Verlag: Kein & Aber
Ersterscheinung: 1. April 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3036957154
ISBN-13: 978-3036957159
Originaltitel: The Architect's Apprentice
Genre: Belletristik


Über die Autorin

Die türkische Schriftstellerin Elif Shafak wurde im Oktober 1971 als Elif Bilgin geboren. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie "Internationale Beziehungen" an der Universität in Ankara, an der sie auch später promovierte. Als Schriftstellerin trat sie 1994 mit der Erzählung "Kem Gözlere Anadolu" in Erscheinung. Ihren großen Durchbruch feierte sie wenige Jahre später mit dem Roman "Spiegel der Stadt", für den sie mit dem Preis des türkischen Schriftstellerverbandes ausgezeichnet wurde. Neben der Schriftstellerei ist Elif Shafak auch politisch engagiert und gilt als Gründungsmitglied der European Council on Foreign Relations. Die Autorin lebt und arbeitet heute abwechselnd in Istanbul und London.


Inhaltsangabe/Klappentext

»Es ist einfacher, eine Brücke einzureißen, als eine zu bauen.« Istanbul im 16. Jahrhundert. Es ist die Blütezeit des Osmanischen Reichs, die Stadt das wimmelnde Zentrum des Orients, als Jahan auf einem Schiff im Hafen anlegt. Aus dem fernen Indien angereist, führt er einen weißen Elefanten mit sich, ein Geschenk seines Schahs für die Menagerie des Sultanspalasts. So beginnt ein episches Abenteuer, in dem sich der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Junge plötzlich im Herzen des mächtigen Reichs wiederfindet, inmitten des Prunks und des Reichtums. Ihm begegnen hinterlistige Höflinge, falsche Freunde, Zigeuner, Tierbändiger und die schöne Prinzessin Mihrimah. Doch es ist die Begegnung mit dem Hofarchitekten Sinan dem berühmtesten Baumeister der islamischen Welt , welche Jahans Schicksal für immer verändern wird. Gemeinsam bauen sie Moscheen und Paläste, Mausoleen und Aquädukte, die alle Zeiten überdauern sollen. Doch hinter Jahans neuem Glück lauern Intrigen und Kriege, deren Zerstörungswut größer scheint als alles Bestreben, Neues zu schaffen.


Rezension/Meinung

Bei diesem Buch sollte man am besten schon vor Beginn des Lesens wissen, worauf man sich einlässt, denn es ist eindeutig keine leichte Lektüre. Es ist in meinen Augen auch keine wirklich spannende Lektüre, sondern eher eine beobachtende. Ab und an hat man Passagen, die es etwas spannender machen, aber vor allen Dingen hatte ich das Gefühl, dass einem diese Welt zu Zeiten Süleymans des Prächtigen näher gebracht werden sollte.

Jahan ist ein Charakter, mit dem ich sehr gut klar gekommen bin, mochte ich doch sehr seine Liebe zu seinem weißen Elefanten, denn die beiden miteinander zu erleben, war etwas an dem Buch, was mir wirklich sehr gefallen hat. Auch wenn ich nicht verstehen kann, wie es dazu kommen kann, dass ein Elefantenführer und Betreuer für dieses Tier, der zu Beginn noch sehr in diese Tätigkeit eingespannt wirkt, plötzlich die Zeit hat, sich auch noch um den Bau von diverser Architektur zu kümmern, denn irgendwann wird Jahan von Sinan - dem Hofarchitekten Süleymans - ausgebildet. Man erlebt verschiedenste Charaktere, eine unerfüllbare Liebe Jahans, seine Liebe zu seinem Elefanten und der Architektur. Ebenso wie manche Reise, die er im Auftrak Sinans unternimmt, aber auch Kriege, bei denen er samt seines Elefanten unterwegs ist. Man begleitet ihn durch so manchen Machtwechsel und andere Intrigen die am Hof gesponnen werden. Teilweise auch manches, an dem er selbst nicht ganz unschuldig ist.

Alles in allem ist es aber eindeutig eine sehr ruhige, eher epische Geschichte, die nicht uninteressant ist, aber auch nicht leicht zu lesen in meinen Augen. Man muss sich schon sehr darauf einlassen und es ist ein eher etwas schwergängiger Schreibstil, der zwar nicht schlecht, aber doch so ist, dass ich nicht unbedingt durch die Seiten geflogen bin, sondern so lange für das Buch gebraucht habe, wie man im ersten Augenblick denkt, wenn man den dicken Wälzer sieht. Auch wenn die Optik ja doch oftmals auch täuschen kann.

Für mich war es eindeutig mal eine andere Erfahrung dieses Buch zu lesen und wer Geschichten dieser Art mag, wird daran sicher auch seine Freude haben. Ich für mich muss sagen, dass ich solche Geschichten wohl eher nicht zu oft brauche, aber schlecht ist sie bei weitem nicht.


Fazit


Ein Buch, das man nicht einfach mal so nebenbei lesen kann, das eher einen epischen Charakter und eine sehr ruhige Erzählweise hat. Nicht unbedingt mein Fall, aber dadurch noch lange kein schlechtes Buch.

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