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Mittwoch, 7. Dezember 2016

Rezension ~ Der Fänger

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Der Fänger
Autor: Daniel Holbe / Andreas Franz
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Knaur TB
Ersterscheinung: 22. August 2016
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426516497
ISBN-13: 978-3426516492
Genre: Krimi
Reihe: Julia Durant
Band: XVI


Über die Autoren

Daniel Holbe, Jahrgang 1976, lebt mit seiner Familie in der Wetterau unweit Frankfurt. Insbesondere Krimis rund um Frankfurt und Hessen faszinieren den lesebegeisterten Daniel Holbe schon seit geraumer Zeit. So wurde er Andreas-Franz-Fan - und schließlich selbst Autor. Als er einen Krimi bei Droemer-Knaur anbot, war Daniel Holbe überrascht von der Reaktion des Verlags: Ob er sich auch vorstellen könne, ein bereits bestehendes Projekt in dieser Region zu übernehmen? »Als leidenschaftlicher Krimi-Leser, auch und vor allem von Andreas Franz, ist das Vollenden der Todesmelodie natürlich ein besonderes Privileg für mich«.


Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt geboren. Nach seinem Abschluss in Wirtschaftsenglisch und – französisch an einer Sprachenschule verdiente er sein Geld als Drummer in verschiedenen Bands. Später arbeitete er unter anderem als LKW-Fahrer und als „Mädchen für alles“ in einer Werbeagentur, im Anschluss in der Verwaltung eines größeren Konzerns. Anfang der 1990er Jahre eröffnete er sein eigenes Übersetzungsbüro. Schon in seiner Jugend schrieb Franz erste Gedichte und Kurzgeschichten. Seinen ersten Roman „Der Finger Gottes“ verfasste er bereits 1986, er fand aber über zehn Jahre lang keinen Verleger dafür. Sein Durchbruch als Schriftsteller gelang Andreas Franz erst mit seinem Kriminalroman „Jung, blond, tot“, der 1996 veröffentlicht wurde. Andreas Franz starb am 31.03.2011 an Herzversagen. Zuletzt lebte er in Hattersheim am Main, war verheiratet und hatte fünf Kinder.


Inhaltsangabe/Klappentext

In einem Waldstück bei Frankfurt wird die Leiche eines Sexualstraftäters gefunden, der seit Jahren als vermisst galt. Die Ermittlungen ergeben, dass der Mann zwar mehrfach verdächtigt, doch nie verurteilt wurde. In den Akten tauchen immer wieder derselbe Richter und dieselben Anwälte auf – Zufall? Die brutalen Verletzungen des Mordopfers lassen auf ein sehr persönliches Motiv schließen. Und auf große Wut. Und während Julia Durant sich noch mit der Frage herumschlägt, wem sie hier eigentlich zu Gerechtigkeit verhilft, muss sie erkennen, dass ihr der Gegenwind auch aus den eigenen Reihen entgegenschlägt.


Rezension/Meinung

Ich kenne kaum welche von den Julia Durant Bänden, die noch von Andreas Franz selbst geschrieben wurden, mittlerweile aber alle, die von Daniel Holbe sind. Was mir persönlich langsam immer mehr auffällt, Julia Durant ermittelt sehr häufig, nämlich auch in diesem Fall, mit ihrem Offenbacher Kollegen Peter Brandt zusammen. Ich mag beide Charaktere sehr und auch die kleinen Stichelein zwischen den Offenbachern und den Frankfurtern lockern die Dialoge immer sehr auf, so dass ich diese Tatsache sehr angenehm finde.

Die Kriminalfälle in diesem Band, denn es sind doch ein paar mehr, wirken zunächst etwas verwirrend, da es aussieht, als hätte man einige sehr unabhängige Fälle vor sich, die eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben, wobei der eine, um den Selbstmordversuch einer Kollegin zunächst nicht einmal eine offizielle Ermittlung ist, da es etwas dauert, bis allen klar wird, woher diese Tat herrührt. Letzendlich bleibt die Frage lange offen, hängen welche von den Fällen zusammen oder sind sie vollkommen unabhängig, warum soll der eine Fall abgegeben und von den Ermittlern nicht weiter beachtet werden etc. etc. Es stellen sich Julia und Peter, sowie ihren Kollegen, in diesem Band so einige Steine in den Weg, so dass die Ermittlungen nicht wirklich glatt laufen. Trotzdem sind sie für mich die meiste Zeit hindruch auch wirklich spannend, besonders, da die Kollegen teilweise ein sehr seltsames Verhalten an den Tag legen, vor allen Dingen alles um die Kollegin Marion Brückner betreffend.

Ich muss zwar ehrlich gestehen, dass ich das Ende ein bisschen sehr abgehoben finde, so in gewissen Punkten, denn zumindest eine Aufklärung finde ich ein bisschen sehr weit hergeholt, auch wenn Täter und Motiv relativ schnell zu erkennen waren. Trotzdem kann ich mir einfach nicht wirklich vorstellen, dass es solche Dinge in der Realität wirklich geben könnte. In einem eher realitätsnahen Krimi finde ich sowas immer ein wenig schade, was den Krimi dieses Mal auch ein kleines bisschen abwertet, denn ansonsten finde ich ihn, ebenso wie die anderen Teile der Reihe wieder sehr lesenswert und angenehm geschrieben, auch wenn mir mancher Charakter, der in der Serie nicht mehr so aktiv vorhanden ist, schon ein wenig fehlt.


Fazit


Wieder ein spannender Fall für Julia Durant, bei dem ich gut miträtseln konnte, der aber in Teilen seiner Auflösung für mich etwas zu weit weg von der Realität ist.

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