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Donnerstag, 22. Dezember 2016

Rezension ~ Ulrike kommt ins Internat

Allgemeine Informationen zum Roman



Titel: Ulrike kommt ins Internat
Autor: Marie Louise Fischer
Verlag: Schneiderbuch
Ersterscheinung: 1963
Genre: Kinderbuch
Reihe: Ulrike
Band: I




Über die Autorin

Marie Louise Fischer wurde 1922 in Düsseldorf geboren und gehört heute zu den meistgelesenen Romanautoren Deutschlands. Sie ist auch unter ihren Pseudonymen A. G. Miller, Dr. Christoph Vollmer, Kirsten Lindstroem, Katja Holm bekannt. Nach dem Abitur in Düsseldorf studierte sie Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Prag, Köln und München, blieb dann einige Jahre in Prag, um als Dramaturgin zu arbeiten. Während des 2. Weltkriegs wurde sie anderthalb Jahre zwangsinterniert. 1953 erschien ihr erster Krimi "Zerfetzte Segel". Seitdem schrieb Fischer mehr als 100 Romane und Krimis sowie 75 Kinder- und Jugendbücher in einer Schaffensphase von über 50 Jahren. Marie Louise Fischer starb am 2. April 2005 in Prien am Chiemse.


Inhaltsangabe/Klappentext

Ulrike Moeller lebt bei ihren Tanten, da die Eltern aus beruflichen Gründen in ein anderes Land gehen mussten. Bei einem Besuch in der Heimat müssen diese leider feststellen, dass ihre Urlike sich sehr verändert hat und sich nicht benimmt, wie eine Zwölfjährige, sondern angeberisch und überheblich ist, sich eher mit den Erwachsenen gleichgestellt sieht. Um dieser Entwicklung wird Ulrike nach Burg Hartenstein aufs Internat geschickt.


Rezenison/Meinung

Ein Buch, dem man deutlich anmerkt, dass es aus den 60er Jahren ist, das aber trotzdem total Spaß beim Lesen macht, auch wenn natürlich viele Dinge anders sind, als es heutzutage ist. Es ist schon durchaus ungewöhnlich, dass noch Briefe geschrieben werden und man deutlich merkt, dass fast jedwede moderne Technik fehlt. Ein Telefon ist noch das modernste, was im gesamten Buch auftaucht. Zu Beginn schreiben die Eltern sogar noch ein Telegramm aus der Schweiz, um ihre Ankunft zu Hause anzukündigen.

Ansonsten ist das Buch aber von seinem Thema her irgendwie immer noch sehr aktuell. Ulrike ist einfach ein eher sehr unsympathisches Mädchen, da sie durch das Zusammenleben mit ihren Tanten einfach zu erwachsen tut, obwohl sie erst zwölf ist und auch einfach sehr angeberisch, zickig und dergleichen ist. Eigentlich ist sie als Protagonistin kein Charakter, den man wirklich richtig gern hat, aber man merkt, dass hinter allem eigentlich doch ein guter Kern steckt, obwohl man sich die gesamte Geschichte hindurch nicht wundert, dass Ulrike bei andern so schlecht ankommt, denn durch ihr überhebliche Art und auch den Wunsch allein zu sein  und ihre Ruhe zu haben, da sie alles was mit anderen zusammenhängt irgendwie als nicht reif genug, kindisch etc. empfindet, kann sie auch einfach gar keine Freunde finden. Jedoch merkt man über den Verlauf des Buchs hinweg, dass es ihr sichtlich gut tut, dass sie mehr oder weniger dazu gezwungen ist, Zeit mit anderen zu verbringen. Vielleicht auch eine Sache, die sich heute mehr Kinder, aber auch Erwachsene zu Herzen nehmen sollten, mit anderen wirklich zu interagieren. Gaby, die zuammen mit Ulrike ins Internat muss, ist da das genaue Gegenteil und dabei so sympathisch, dass man sie einfach gern haben muss. Eine wie Gaby hätte ich in dem Alter auch gern zur Freundin gehabt.

Die Geschichte selbst ist einfach sehr schön und locker erzählt und es ist schon interessant, wie das Leben im Internat so geregelt ist, an was Ulrike sich alles anpassen muss und wie diese Dinge sie immer weiter verändern, auch wenn es noch lange nicht so weit ist, dass man wirklich sagen kann, dass Ulrike richtig anders geworden ist. Es kann in den weiteren Bänden der Reihe also noch so einiges kommen, aber es steht zu hoffen, dass Ulrike sich weiter zu ihrem positiven verändern wird.


Fazit

 

Eine ganz tolle Geschichte, bei der ich es sehr schade finde, dass es keine aktuelle Auflage gibt, denn auch wenn man merkt, dass sie in einer Zeit mit deutlich weniger Technik spielt, hat sie im zwischenmenschlichen Bereich nichts an Aktualität verloren.

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