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Mittwoch, 22. Februar 2017

Rezension ~ Herzsammler

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Herzsammler
Autor: Stefan Ahnhem
Broschiert: 576 Seiten
Verlag: List Hardcover
Ersterscheinung: 10. Juli 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471351116
ISBN-13: 978-3471351116
Originaltitel: Den nionde graven
Genre: Thriller / Krimi
Reihe: Fabian Risk
Band: II (in Lesereihenfolge besser als I )


Über den Autor

Stefan Ahnhem wurde 1966 in Stockholm geboren und wuchs als Einzelkind in Helsingborg auf. In der Schule hatte er zwar Probleme mit dem Lesen und Schreiben, entwickelte jedoch eine lebendige Fantasie. Der schwedische Schriftsteller Ahnhem arbeitete als Drehbuchautor unter anderem auch an den Wallander-Verfilmungen mit. Sein Krimi-Debüt und Reihenauftakt "Und morgen du" rund um den Ermittler Fabian Risk brachte ihn auf die Bestseller-Listen. Heute lebt Stefan Ahnhem mit seiner Frau und den drei jüngsten seiner vier Kinder in Stockholm.


Inhaltsangabe/Klappentext

Stockholm, Metropole des Nordens. Fabian Risk wollte eigentlich mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch dann taucht die brutal zugerichtete Leiche des Justizministers auf, und Risk wird um Hilfe bei den Ermittlungen gebeten. Es bleibt nicht bei einem Opfer. Die einzige Verbindung zwischen den Toten: Jedem wurde ein Organ geraubt. Als ein Verdächtiger Selbstmord begeht, glauben Risks Kollegen, den Fall gelöst zu haben. Nur Risk hat Zweifel. Er hat eine Vermutung, was eigentlich hinter alldem steckt. Und er ahnt, dass der Mörder mit seinem Rachefeldzug noch lange nicht fertig ist …


Rezension/Meinung

Cover und Klappentext:
Das Cover finde ich insgesamt sehr stimmig und schön. Es passt für mich auch einfacher sehr gut zu einem skandinavischen Krimi bzw. Thriller. Auch wenn ich nach dem Lesen des Buchs schon sagen kann, dass Cover und Inhalt eigentlich nicht wirklich etwas miteinander zu tun haben. Der Klappentext hingegen trifft sehr gut, um was es in dem Buch geht und verrät trotzdem bei weitem nicht zu viel, so dass es einfach sehr stimmig ist. Einziger Punkt, den man gern hätte noch erwähnen können, da es das als zweites erschienene Buch der Reihe ist, dass es von der Handlung her jedoch früher spielt. 

Inhalt/Idee:
Das Buch ist eindeutig nichts für schwache Nerven und zeigt einem zudem auf, wie es bei Fabian Risk dazu gekommen ist, dass er im ersten Band, der von Stefan Ahnhem erschienen ist, nicht mehr in Stockholm, sondern in Helsingborg ermittelt. Auch wenn mich dieser Aspekt schon ein wenig verwirrt hat, da der erste Band etwas her war und ich dann doch irritiert war, was alles anders ist. Da hätte es durchaus ein wenig geholfen das schon zu wissen. Trotzdem ist der Fall bzw. sind die Fälle, da auch Dunja, die man in »Und morgen du« auch schon kennenlernen durfte, in diesem Band ebenso mit von der Partie ist und einen ebenso spannenden Fall, wie den untersucht, in dem Fabian ermittelt. Interessant finde ich dabei, dass beide Fälle, so unterschiedlich sie anmuten, doch einige Parrallelen aufweisen.

Aufbau und Schreibstil/Umsetzung:
Ich finde es, wie schon im ersten Band, »Und morgen du«, sehr gut, dass man nicht nur Fabian als Erzähler hat, sondern auch einige andere Charakter, so unter anderem natürlich wieder Dunja. Aber auch Fabians Kollegin Malin, diverse Opfer, den Täter etc. Im Nachheinein habe ich mich eine ganze Zeit gefragt, was der Prolog wohl mit dem Rest des Buches zu tun haben könnte, aber auch da gibt es dann eine sehr stimmige und schlüssige Aufklärung. Ich muss zwar gestehen, dass mir manches am Ende nicht sonderlich gefallen hat, vor allen Dingen den Handlungsstrang Dunja betreffend, aber trotzdem ist das Buch ehrlich wieder sehr gut geschrieben und hat mich auch durchgehend gefesselt, obwohl ich zur Mitte hin tatsählich kurz dachte, "Huch, was ist das jetzt".

Charaktere:
Ich mag es sehr, dass die Charaktere von Stefan Ahnhem eine gewisse Tiefe haben, eindeutige Schwächen besitzen, die immer wieder geringer oder auch sehr stark zum Tragen kommen und manchmal auch dafür sorgen, dass gewisses passiert, das ohne diese Schwäche so nie hätte passieren können. Vor allen Dingen auch bei Fabian. Dabei gefällt es mir, dass seine Ehe zwar zerrüttet ist, aber er eigentlich kein psychisches Wrack ist, wie in vielen anderen Krimis, sondern immer noch dabei ist, dass er um diese Ehe und seine Familie kämpft. Niva, die mir bisher nur in diesem Band über den Weg gelaufen ist, hat einen doch sehr speziellen Charakter und ich muss gestehen, dass ich sie nicht wirklich mochte, aber ich denke, in gewisser Weise ist das auch, neben allem anderen, was sie tut, ihr Job in dieser Handlung. Sehr interessant ist, wenn man »Und morgen du« schon kennt, alles rund um Dunja, da man die Entwicklung zwischen ihr und ihrem Chef Kim Sleizner etwas besser verstehen lernt, da dieses Verhältnis vor allen Dingen in »Und morgen du« eine wichtige Rolle spielt. 


Fazit

Ich muss sagen, dass ich »Und morgen du« noch ein bisschen realitätsnäher empfand und mir dieser Band daher etwas besser gefallen hat, aber trotzdem ist die Geschichte hier richtig gut geschrieben und aufgebaut, auch wenn sie doch ziemlich harter Tobak ist. Sehr gefallen hat mir auch einfach, dass man noch mehr zum Hinergrund der Charaktere herausgefunden hat. Zudem ist das Buch wirklich durchweg spannend und zum Ende hin tauchen noch einige Dinge auf, die man so vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte, die aber auch nicht so abwegig sind, dass ich es als unstimmig empfunden hätte, sie passen einfach, sind aber nicht so naheliegend, dass man direkt drüber stolpern muss.


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